Die „Prinzessin auf der Erbse“ als Puppentheater begeisterte in der Festhalle Viersen

Kindertheater: Wesen der Prinzessin im Auge des Betrachters

Die „Prinzessin auf der Erbse“ als Puppentheater begeisterte in der Festhalle.

Als das Licht in der Festhalle gedimmt wird und zwei lustig aussehende Gestalten auf die Bühne treten, ist aufgeregtes Kinder-Gemurmel zu hören. Doch auch einige Erwachsene sind im Publikum, um sich die einfallsreiche Inszenierung des Märchenklassikers nach Hans Christian Andersen der „flunker produktionen“ anzuschauen.

Aus Gemurmel wird Lachen, denn schnell wird klar, dass Erwin Erbse (Matthias Ludwig) nicht gerade ein helles Köpfchen ist und ihm nicht nur seine Freundin Lotte Linse (Claudia Engel), sondern auch die kleinen und großen Zuschauer des Öfteren auf die Sprünge helfen müssen. So braucht er nicht nur Hilfe dabei, zu erkennen, dass er ein echter Prinz ist, sondern auch bei der Suche nach seiner Prinzessin, die in Linse eigentlich direkt vor ihm steht. Doch Erbse hat zunächst ein Klischee-Bild im Kopf, das Linse nicht erfüllen kann. Erst nach vielen Begegnungen mit anderen Prinzessinnen, die Engel in Form von Puppen mit den unterschiedlichsten Charakteren auf die Bühne bringt, wird Erbse klar: Linse ist seine Auserwählte. Und da sie auch den Erbsen-Test mit Bravour besteht, können sich die beiden endlich in die Arme fallen.

Trudi, die mit ihrer Familie in die Festhalle gekommen ist, gefiel die Prinzessin besonders gut: „Es war lustig, dass die Prinzessin versucht hat, auf die Erbse zu springen.“ Dass Kinder Spaß am Theater finden, freut auch Rita Jansen, die regelmäßig mit ihren Enkeln Mila und Lenn Stücke besucht: „Schön, wenn die Kinder bei den Theaterstücken Spaß haben, der steht im Vordergrund.“ Die Puppenschauspieler Claudia Engel und Matthias Ludwig sind Kern der „flunker produktionen“. Sie spielen für Kinder und Erwachsene. „Bei Kindern ist es schon ein Unterschied, ob sie vier oder sechs Jahre alt sind“, sagt Ludwig. „Grundsätzlich haben wir auch andere Themen, die wir mit einbringen.“ Grundgedanke der Inszenierung des Märchens sei es, mit möglichst wenigen Dingen auszukommen und eine Botschaft rüber zu bringen: Jeder kann eine Prinzessin sein, es liegt im Auge des Betrachters, was eine Prinzessin ausmacht.

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