Der Kreis Viersen verbessert sich im Prognos-Zukunftsatlas

Verbesserung : Kreis Viersen macht einen großen Sprung nach oben

Mit dem besten Wert seit 15 Jahren überholt der Kreis in der Studie sogar Mönchengladbach und Krefeld.

. Der Kreis Viersen hat beim „Prognos Zukunftsatlas 2019“ einen deutlichen Sprung nach oben gemacht, schlägt die benachbarten Großstädte Krefeld und Mönchengladbach deutlich.

Belegte der Landkreis bei der vergangenen Auswertung im Jahr 2016 noch Rang 261, kam er nun in der aktuellen Rangfolge auf Platz 185 der insgesamt 401 Landkreise und kreisfreien Städte. Es ist 15 Jahre her, dass die Zukunftsaussichten für den Kreis Viersen ähnlich gut eingeschätzt wurden: Im Jahr 2004 erreichte er Platz 181. 2007 rutschte der Kreis auf Rang 217 ab, im Jahr 2010 auf auf Rang 250. Den bislang schlechtesten Wert erzielte der Kreis mit Rang 261 dann vor drei Jahren. Allerdings: Seit der Veröffentlichung des ersten Zukunftsatlas vor 15 Jahren wurden knapp 40 Kommunen zusammengelegt; eine etwas bessere Platzierung ist auch diesem Umstand geschuldet.

Die Studie ermittelt anhand von 29 makro- und sozioökonomischen Indikatoren wie Arbeitsplatzdichte, Bruttoinlandsprodukt je Arbeitnehmer oder Erreichbarkeit der nächsten Autobahn einen Index für die Wirtschaftsstärke einer Region. Zusätzlich wird aus Daten wie der Veränderung der Gründungsintensität oder der Bevölkerungsentwicklung ein Dynamik-Index gebildet. Beide Werte zusammen ergeben den Zukunftsindex, nach dem die Rangfolge der Kommunen gebildet wird.

Thomas Jablonski, Leiter der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Viersen, freut sich über das gute Abschneiden. „Der Kreis Viersen hat ja eine sehr ausgeglichene Wirtschaftslage, wir sind nicht ,die Chemie-Region’ oder ,der Maschinenbau-Standort’.“ Sein Eindruck sei, dass sich der Kreis Viersen deshalb „immer ein bisschen gebeugt“ verkaufe. „Jetzt sehen wir: Dazu gibt es keinen Anlass. Am meisten gefreut habe ich mich, dass wir deutlich besser als die Kommunen in der unmittelbaren Umgebung abschneiden.“

Mönchengladbach kommt in dem Ranking auf Platz 249, Krefeld gar auf Rang 312, der Kreis Kleve auf Platz 244. Insbesondere beim Faktor Innovation konnte der Kreis Viersen gegenüber der vergangenen Untersuchung stark zulegen, verbesserte sich von Platz 308 auf 149. „Das mag daran liegen, dass wir sehr intensiv die Zusammenarbeit mit den umliegenden Hochschulen gesucht haben“, erklärt Jablonski. „Wir haben sieben Hochschulen im Umkreis von 50 Kilometern, haben Kooperationen gerade für kleinere und mittlere Unternehmen aufgebaut, die mittlerweile von selbst laufen und durch uns gar nicht mehr betreut werden müssen.“

Weiterer Grund fürs gute Abschneiden: die hohe Dynamik bei den Unternehmensgründungen. „Wir betreiben im Kreis eines der insgesamt 79 Gründer- und Startercenter in NRW, landen im NRW-Vergleich häufig auf den vorderen Plätzen“, so Jablonski. So recht erklären könne er sich den Erfolg nicht. „Das wundert uns selbst. Allerdings haben wir einen Top-Berater.“ Es sei gut möglich, dass das den Unterschied mache. „Wir stellen ´erhebliche Gründungsintensität im Kreis Viersen fest.“

Prognos-Studienleiter Tobias Koch nannte aber auch die kommenden Herausforderungen für das Land: Es sei wichtig, künftig mehr Bauland anzubieten sowie die Verkehrsinfrastruktur zu stärken, damit die Menschen ihre Arbeitsplätze leichter erreichen könnten. Und der Ausstieg aus der Braunkohle sei zu bewältigen.

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