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Das Prinzenpaar ist nach der Absage des Zuges in Viersen sehr traurig.

Jeckes Viersen : Prinzessin traurig über Zugabsage

Es hätte der Höhepunkt der Session werden sollen. Das Viersener Prinzenpaar Rudi und Fabienne müssen auf den Zug verzichten.

Beide Viersener Sonntagsumzüge, der Rintger Zug am Vormittag als auch der Tulpensonntagszug, wurden aufgrund der stürmischen Wetterlage am Morgen abgesagt – eine ohnehin schon traurige Nachricht für die Narren und Jecken aus der Stadt, doch für zwei war es ganz besonders schwierig: für das Prinzenpaar. „Es sollte eigentlich der Höhepunkt der Session werden, jetzt ist es leider erstmal ein Tiefpunkt. Wir sind nicht die einzigen, die sehr traurig sind“, beschreibt die Viersener Karnevalsprinzessin Fabienne I. ihre erste Reaktion auf die Absage des Zuges.

Als diese endgültig beschlossen wurde, saß sie gemeinsam mit ihrem Prinzen Rudi I. und weiteren Vertretern des Festausschusses gerade in der Messe der Freude. Dort machte die Nachricht schnell die Runde und wurde am Ende auch offiziell verkündet. „Auch die anderen Teilnehmer und Zuschauer, vor allem die Kinder haben sich sehr auf den Zug gefreut. In den Wagen steckt sehr viel Liebe und Arbeit. Aber die Sicherheit geht natürlich vor. Es war die richtige Entscheidung“ betont sie.

Die Vorbereitungen für den Tag, immerhin der wichtigste für das Viersener Prinzenpaar, begannen für die Prinzessin besonders früh: „Ich war heute morgen um 6.30 Uhr beim Friseur und habe mich vorbereitet, damit alles gut aussieht. Mein Kleid kommt hoffentlich noch auf den Zügen am Montag zum Einsatz. Schon gestern Abend haben wir letzte Handgriffe für die Wagen getroffen und die Süßigkeiten bereit gestellt. Aber die eigentlichen Vorbereitungen begannen ja schon früher mit dem Bau der Wagen und den vielen Veranstaltungen.“

Neben den vielen erwarteten Zuschauern und den zahlreichen Vereinen haben die Ereignisse auch Auswirkungen auf ihr unmittelbares Umfeld. „Meine Kinder, auch wenn sie schon groß sind (18, 20 und 22 Jahre alt, die Red.), sind besonders getroffen von dem Ausfall. Für sie wäre es etwas ganz besonderes gewesen, sie sind noch niedergeschlagener als wir. Außerdem sind viele Freunde und Begleiter aus der Schweiz angereist, die gemeinsam mit uns feiern wollten. Da herrscht natürlich eine gewisse Enttäuschung.“ Freunde des Paares wohnen im Ort Conthy/ Rhônetal im Kanton Wallis unterhalb des Matterhorns. Mit einem Anreiseweg von insgesamt 778 Kilometern hatten sie eine beträchtliche Strecke für das Karnevalsvergnügen auf sich genommen.

Dennoch musste die Prinzessin nicht vollkommen auf Karnevalsstimmung verzichten. Am Mittag besuchte sie die Tanzschule Fauth, wo ursprünglich das Warm-Up für den großen Zug stattfinden sollte und sich viele Karnevalsjecken trafen, ehe es am Nachmittag zur „After Zoch-Party“ in der Viersener Festhalle ging - die jetzt als Ersatz für den Zug dienen sollte.

„Wir hatten bis zuletzt gehofft, dass es klappt, aber gegen das Wetter kann man natürlich nichts machen. Wir drücken die Daumen, dass es in Dülken und in Süchteln klappt.“ Mit den anderen Prinzenpaaren habe man sich im Laufe der Session angefreundet und wünsche sich, dass deren Aufritte stattfinden können. Das Dülkener Prinzenpaar Marco und Sonja habe ihnen sogar einen Platz auf ihrem Wagen angeboten, was die Viersener jedoch dankend abgelehnt haben, da dies der besondere Auftritt der Dülkener sein soll.

„Wir werden uns jetzt sicherlich nicht im Keller einschließen und Tee oder gar etwas anderes trinken, das sind wir auch den Leuten schuldig, die so viel Arbeit in die Vorbereitungen gesteckt haben“, erklärt auch Prinz Rudi I. die weitere Planung.

Der Festausschuss versucht zeitnah, einen neuen Termin für den ausgefallenen Zug zu finden. „Auf einen Nachholtermin würde ich mich schon freuen, ob aber die Stimmung dann noch so greift, muss man schauen. Bei zu warmen Temperaturen schmilzt ja auch die Schokolade“, gibt die Prinzessin zu bedenken.