Bauprojekt sieht neues Seniorenheim, Kita und Wohnhäuser für Viersen-Süchteln vor.

Seniorenheim für Viersen-Süchteln : 46-Millionen-Euro-Investition auf dem Gelände der Papierfabrik

Seniorenheim, Kita und Wohnhäuser sollen in Süchteln entstehen.

Noch parkt morgens ein Brötchen-Wagen auf dem Gelände der alten Papierfabrik in Viersen-Süchteln, an dem sich Berufstätige auf dem Weg zur Arbeit ihr Frühstück kaufen können. Bald wird sich der Inhaber wohl einen neuen Standort suchen müssen. Denn wenn für die Investoren Janissen und Zaum alles nach Plan läuft, beginnen im Frühjahr auf der Fläche an der Grefrather Straße die Bauarbeiten. Ein Seniorenheim, eine Kindertagesstätte, Wohnhäuser und Gewerberäume sollen dort entstehen. Der Name des neuen Viertels: „Nordpark Süchteln“.

Zuletzt hatte die Viersen Paperboard GmbH auf dem Gelände Hülsenkartons, Vollkartons und Kantenschutzelemente für Kunden in der Kartonagen-Industrie produziert. 2016 geriet das Unternehmen in Insolvenz, 2017 standen die Maschinen endgültig still.

Hans Wilhelm Janissen und Peter Zaum kauften das Areal, der Vorstand des Caritasverbands für die Region Kempen–Krefeld kündigte an, dort ein Seniorenheim mit 72 vollstationären Plätzen bauen zu lassen. Im November 2018 dann die Absage: Der Caritas war angesichts steigender Baupreise und eines knapp bemessenen Budgets das finanzielle Risiko zu groß. „Diese Entscheidung ist uns ungeheuer schwer gefallen“, sagte damals Vorstandsmitglied Peter Babinetz. „Wir haben aber aus unserer Sicht nicht anders entscheiden können.“ Für Zaum und Janissen jedoch war klar: Sie wollen trotzdem auf dem Grundstück ein Seniorenheim errichten lassen.

Jetzt sei ein Investor gefunden, „die Verträge sind geschlossen“, betont Peter Zaum. Um welchen Investor es sich handelt, sagt er noch nicht. Es sei ein erfahrener, der derzeit vier ähnliche Bauprojekte in der Region umsetze, ergänzt Janissen. „Das Altenheim ist fertig in der Planung.“

In etwa zwei Jahren sollen die ersten Mieter einziehen

Das Gelände mit seiner Zufahrt über die Grefrather Straße, das bebaut werden soll, ist zweigeteilt. Rechts neben der asphaltierten Einfahrt wucherten in den vergangenen Monaten ungehindert auf rund 28 000 Quadratmeter Fläche Pflanzen – die sind bereits gekappt. Auf diesem Teilstück sollen in der Mitte das Seniorenheim, ringsrum eine Kita, sechs Wohnhäuser und Grünflächen entstehen. Alles aus der Hand des neuen Investors. Die Wohnbebauung sei für rund 300 Menschen gedacht, sagen Zaum und Janissen. Geschätzt rund 42 Millionen Euro koste den Investor die Umsetzung.

Darüber hinaus sieht der Plan eine Pufferzone aus acht Gewerbeeinheiten auf rund 1000 Quadratmetern vor – etwa für Handwerker, Arzt- oder Physiotherapie-Praxen. Darum kümmern sich Zaum und Janissen, geschätzte Baukosten: rund vier Millionen Euro. Die kleineren Gewerbeeinheiten sollen die Wohnbebauung abschirmen vor dem Gewerbegebiet, das links neben der Zufahrt aufs Gelände auf rund 36 000 Quadratmeter Fläche entstehen soll. Soweit möglich, möchten Janissen und Zaum die dort bestehenden Fabrikgebäude einbinden. Bisher ist das komplette Gelände als Gewerbegebiet eingestuft. Der Teil, auf dem das Seniorenheim gebaut werden soll, muss jedoch zum Mischgebiet werden. “Wir hoffen, dass das im Februar oder März durch ist“, sagt Zaum.

Die nötigen Gutachten, etwa zum Lärmschutz und zur Verkehrsbelastung, seien bereits auf den Weg gebracht, Gespräche mit Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD) geführt worden. Der neue Investor habe sich auch schon beim Kreis Viersen vorgestellt. Kommt nichts dazwischen, sollen im Frühjahr die Arbeiten in dem dann als Mischgebiet ausgewiesenen Teil beginnen. Eineinhalb Jahre später könnten Wohnhäuser und Seniorenheim fertig sein, schätzt Zaum.