An der Lange Straße 51 in Dülken entsteht "Der Raum" für Jugendliche

Projekt in Dülken : Jugendliche gestalten Ort der Begegnung

Leeres Ladenlokal verwandelt sich in Treff.

Der Geruch nach frischer Farbe liegt in der Luft. Zwei knallbunte Wände mit unterschiedlichen Motiven fallen sofort ins Auge. Wogegen die schneeweiße Wand gegenüber der Eingangstür richtig absticht. „Die haben wir mit Absicht so gelassen. Wenn wir hier mal Filme schauen wollen ist das unsere Projektionswand“, sagt die 17-jährige Tabea, die gerade mit weiteren Jugendlichen eine Lichterkette um Tannenzweige windet. Die soll im Schaufenster für weihnachtliche Stimmung sorgen. An der Lange Straße 51 in Dülken ist Leben eingekehrt. Das Ladenlokal in dem leerstehenden Haus ist zum kleinen Hingucker mutiert. Hier entsteht „Der Raum“: Ein Treffpunkt für Junge und Junggebliebene.

„Der Raum“ ist ein Projekt von Jugendlichen, das seinen Anfang in der Podiumsdiskussion in der ehemaligen Kreuzherrenschule Mitte Oktober fand. Dort hatte Ulf Schroeders, der unter anderem die Kreuzherrenschule umgebaut hatte, unter dem Titel „Spielplatz gesucht“ insbesondere junge Menschen zwischen 16 und 26 Jahren eingeladen. Sie sollten sich zu Dülken äußern.

Die große Schaufensterscheibe
ist ein Kommunikationspunkt

Maya hatte sich vorbereitet. „Ich hatte mir eine Liste gemacht und alles aufgeschrieben, was ich nicht gut finde“, erzählt die 16-Jährige. Anders als viele Bürger, die nach Konzepten rufen, entschieden sich die jungen Leuten – üdie meisten Oberstufenschüler des Clara-Schumann-Gymnasiums – selbst aktiv zu werden.

Mit Schroeders kam die Idee auf, das leerstehende Ladenlokal in einen Treffpunkt für alle Bürger zu verwandeln, wobei das Gebäude dem Viersener gehört. „Mir ist es wichtig, Leben nach Dülken zu bringen, und genau das setzen die jungen Leute um“, lobt Schroeders. Die große Schaufensterscheibe ist so ein Kommunikationspunkt geworden. Auf ihr haben die Schüler ein Gedicht über den „Raum“ verewigt, das zeigt, was dort passiert. Ein Stückchen weiter hängt ein Aushang, dass man ein Gnadenhof für ausrangierte Zimmerpflanzen sei.

Noch während die Jugendlichen mit der Lichterkette beschäftigt sind, öffnet sich die Tür und eine Mittfünfzigerin tritt mit Hund und einem Einkaufstrolley ein – von oben bis unten mit Pflanzen bestückt. „Super Zimmerpflanzen“, freuen sich die Jugendlichen. Vorsichtig wird Pflanze für Pflanze ausgeladen und ein herzliches Dankeschön wechselt den Besitzer. Wobei die Dülkenerin den Jugendlichen gleich noch eine pfiffige Idee für ein Gartenmöbelstück mitliefert. „Die Jugendlichen bringen so viel Schwung nach Dülken, das schafft kein noch so ausgeklügeltes Konzept. Das hier ist einfach Leben“, bemerkt Schroeders.

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