Viersen: Paul Mackes - Der Herausforderer

Viersen: Paul Mackes - Der Herausforderer

Bürgermeister-Amt: Paul Mackes von der CDU ist der größte Konkurrent von Günter Thönnessen.

Viersen. Ein Öffner ist in der Parteizentrale grad nicht bei der Hand? Kein Problem für Paul Mackes. Der Vorsitzende der Viersener CDU schnappt sich die Wasserflaschen und lässt mit einer geschickten Hebeltechnik die Kronkorken fliegen: Der 45-Jährige präsentiert sich als Mann der Tat. Ob er auch der neue Mann für Viersen wird, entscheiden die Bürger am 30. August.

Dafür, dass er sich mitten in der heißen Phase des Kommunal-Wahlkampfs befindet, macht der Herausforderer von Bürgermeister Günter Thönnessen einen entspannten Eindruck. Das Sakko hängt über der Stuhllehne. Die randlose Brille, die von auffälligen roten Streben zusammen gehalten wird, sitzt auf der im Baltrum-Urlaub gebräunten Nase.

Auch die Krawatte sticht hervor - in der Trendfarbe Brombeer-Lila. Auf den Beobachter wirkt sie wie ein Hinweis darauf, dass der Träger in Sachen Stil die selben Kompetenzen beansprucht, wie der stets modisch gewandete Amtsinhaber der SPD.

Doch wie sieht es mit den wirklich wichtigen Dingen im kommunalpolitischen Alltag aus? Als "größtes Problem" der nächsten Zukunft bezeichnet Mackes die finanzielle Situation Viersens. "2009 geht gerade noch gut, aber danach wird es schwierig - wir müssen den Haushalt darauf einstellen."

Unter anderem müsse man sich um mehr Effizienz in der Verwaltung bemühen. "Ich muss keine Unterschriften-Mappe durch drei Etagen schleusen." Mackes’ Forderung: "Gebt den Leuten die Kompetenz, und dann lasst sie die Entscheidungen treffen und auch vertreten." Auch bei den Stadtteil-Bibliotheken müsse "natürlich gespart werden - aber nicht durch Schließungen". Hier sei Ehrenamt das Stichwort.

Wirtschaft und Finanzen, das sind die großen Themengebiete des Paul Mackes. Kein Wunder: Der Süchtelner ist Diplom-Kaufmann, arbeitet seit rund 18 Jahren bei einer großen Entsorgungsgesellschaft in der Region und ist Vorsitzender des Viersener Wirtschaftsausschusses.

Dass die Christlich Demokratische Union seit 1995 seine politische Heimat ist, wie er betont, wird vom Lebenslauf unterstrichen: Seinen Vornamen bringt er mit Papst Paul VI. in Verbindung, als Student in Mannheim trat er in die katholische Verbindung Churpfalz ein, er ist Mitglied im Kirchenvorstand von St.Franziskus.

Manchmal allerdings klingt Mackes eher wie ein Genosse: Kulturelle Leuchturm-Veranstaltungen in Viersen wie Nigel Kennedy und David Garrett seien "gut und schön", aber das Angebot müsse breit und für jeden bezahlbar sein. In den Ruch des Populismus möchte er jedoch nicht kommen. Ein Leitspruch von ihm laute, "das zu tun, worauf es ankommt, und nicht das, was ankommt".

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