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Unentdeckte Bombe: Rauch aus der Grube

Unentdeckte Bombe: Rauch aus der Grube

Verborgen unter Erde kam der Blindgänger von Mönchengladbach nach Schwalmtal.

Schwalmtal. Schreck in der Morgenstunde in Schwalmtal-Lüttelforst: Es knirschte unter den Ketten einer Raupe, Rauch und eine kleine Stichflamme waren zu sehen. Dem Fahrer des Baustellen-Gefährts war sofort klar: „Ich bin gerade über eine Phosphorbombe gerollt.“

Um 8.30 Uhr wurden am Mittwoch Polizei und Feuerwehr in die Sandgrube gerufen. Immer wieder stieg Rauch auf, manchmal zischte es auch.

Der Raupenfahrer war gerade dabei gewesen, mit frischem Mutterboden nicht mehr genutzte Teile der Grube zu rekultivieren. Das hieß: Die Bombe stammte nicht von hier. Vielmehr war sie zuvor mit einem Lkw aus Mönchengladbach-Güdderath gekommen. Denn dort arbeitet eine Schwalmtaler Firma — die auch die Grube betreibt — an einem Projekt im Gewerbegebiet. Es liegt gegenüber der Fläche, auf der gerade Zalando erweitert.

Dem Baggerfahrer fiel beim Befüllen in Mönchengladbach nichts auf. Die Bombe hatte allerdings auch nur in etwa die Ausmaße eines Feuerlöschers. Unentdeckt kam sie in einer Schaufel Erde aufs Fahrzeug.

Zurück nach Lüttelforst: Der Leitungsdienst der Schwalmtaler Feuerwehr blieb an der Fundstelle, bis die Bomben-Experten eintrafen. Für den Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung Düsseldorf sind solche Phosphorbomben aus dem Zweiten Weltkrieg beinahe schon Alltag. Sie hatten schon vor ihrem Eintreffen mitgeteilt, dass ein Umkreis von etwa 30 Metern zunächst zu sichern sei, in anderen Teilen der Grube die Arbeiten aber fortgesetzt werden könnten.

Ihre eigentliche Arbeit war dann in einer halben Stunde getan: Sie gruben die beschädigte Bombe aus, ausgetretenes Phosphor brannte in der Grube ab. Die Experten verfrachteten die Reste in einen Spezialbehälter, in dem eine solche Fracht transportiert werden darf. Selbst wenn das Transport-Fahrzeug dann in einen Unfall verwickelt würde, ginge keine Gefahr von den Teilen aus.

Die Bombenreste wurden anschließend in einen Landes-Spezialbetrieb nach Hünxe gebracht. In einem Bunker werden dort solche Relikte „thermisch entsorgt“, wie es ein Sprecher der Bezirksregierung formuliert. Je nach Inhaltsstoff werde verbrannt oder eingeschmolzen.

Entschärfen kann man Phosphorbomben nicht. Wenn Kampfmittelbeseitiger von einer „Entschärfung“ reden, dann sprechen sie über den Bombenzünder, den sie unschädlich machen. Eine Phosphorbombe aber hat keinen Zünder. Sie ist so konzipiert, dass sie bereits beim Aufschlag in Brand geraten soll.