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Sofagespräch mit Bischof Dieser

Sofagespräch mit Bischof Dieser

Rund 120 Katholiken aus dem Kreis Viersen waren zum Tag der Region gekommen. Der Aachener Bischof Helmut Dieser stattete der Region seinen Antrittsbesuch ab und stellte sich Fragen rund um das Thema Berufung.

Mülhausen. Seit gut einem Jahr ist Helmut Dieser Bischof von Aaachen. Am Samstag kam er zum Antrittsbesuch in die Region Kempen-Viersen. Die Kirche hatte ihre Ehrenamtlichen zum Tag der Region unter dem Motto „Nominiert von Gott — berufen zu. . .?“ in die Liebfrauenschule Mülhausen eingeladen. Regionaldekan Johannes Quadflieg begrüßte rund 120 Menschen dazu am Samstagmorgen. Mit diesem Tag wolle man deutlich machen, wie wertvoll das Engagement der Ehrenamtlichen sei, so Quadflieg. In Zeiten, in denen Christen eher farblos erschienen, sei es wichtig, dass man sich mit seinen Talenten einbringe und Licht und Orientierung für andere biete.

Zum Auftakt des Tages, der Workshops sowie Messe und Empfang mit dem Bischof bieten sollte, ging mit einem Sofagespräch los. Auf dem Sitzmöbel nahmen neben dem Bischof auch Ehrenamtler aus dem Kreis Viersen Platz, um über ihre Berufung und ihr Engagement zu sprechen. Sie stellten sich den Fragen der Moderatorinnen Gabi Terhorst und Karen Pilatzki. Alle Sofa-Gäste beantworteten dazu die gleichen Fragen.

Berufung sei für ihn, sich rufen zu lassen und den Mut haben zu hören, so Bischof Dieser. Die Gäste erfuhren, dass der heutige Bischof schon in seiner Jugend als Gruppenleiter aktiv war und eines seiner Gruppenkinder ihm sagte „Du wirst mal Pastor“ — als Dieser selbst noch gar nicht darüber nachdachte. Er wollte gerne mit Menschen und für seinen Glauben und die Kirche arbeiten, daher wurde er Priester. Er möchte, dass die Kirche wächst und sich erneuert und er wolle eine Kirche, die für den Menschen da ist. Da sei er im Geiste verbunden mit Aaron Kassat.

Der Student aus Tönisvorst ist Firmkatechet und schilderte, dass ihm die Arbeit mit Gleichgesinnten Spaß mache. Berufung bedeutet für ihn, seiner Generation zu zeigen, was christlicher Glaube sein kann. Er brachte aber auch Kritik an. Schließlich sei das Christentum mal die modernste Religion der Welt gewesen. Heute vermittle man zu oft das Bild, dass man hinterher sei. Dabei würde er sich wünschen, dass die Kirche vorangehe und den Menschen Wege zeige, wie man gut lebe.

Birgit Stenmans aus Oedt hatte ebenfalls auf dem Sofa Platz genommen und schilderte, wie sie Notfalllseelsorgerin geworden ist. Für sie ist Berufung gelebtes Christentum — oder mit den Worten Adolph Kolpings „tätige Liebe“.

Stenmans sei Notfallseelsorgerin geworden, weil sie sich wieder mehr um Menschen kümmern wollte und keine Lust mehr hatte, sich im Hamsterrad der Verwaltung aufreiben zu lassen. „Was man dem Ehrenamt in den letzten Jahren zugemutet hat, das war schon harter Tobak“, sagt Stenmans mit Blick auf die Fusion von Gemeinden und dem kirchlichen Immobilienmanagement. Das sagte sie bewusst mit Blick in Richtung des neuen Bischofs.

Schwester Jordana Schmidt ist Kinderdorfmutter im Bethanien Kinderdorf Schwalmtal-Waldniel. Sie berichtete von ihrer Arbeit, die sie glücklich mache und ihr Energie für ihr Leben gebe. Was ihr ebenfalls Kraft gebe: „Gott geht auch krumme Wege mit.“

Der Viersener Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, ist seit einem Jahr Mitglied der katholischen Kirche. Für ihn sei es wichtig, seinen Glauben auch im Alltag sichtbar zu leben. Walter Delbos war als Vertreter des Technischen Hilfswerks aus Nettetal zum Tag der Region genkommen. Er schilderte, dass man als Christ durch das eigene Tun überzeugen könne.