Siegfried-Museum kalt erwischt

Siegfried-Museum kalt erwischt

Das Haus um die Sage des Drachentöters Siegfried hat Insolvenz angemeldet. Es kamen zu wenig Besucher.

Xanten. Nur gut eineinhalb Jahre nach Eröffnung ist das Museum Nibelungen(h)ort in Xanten pleite. Das von einem Verein getragene Haus mit hunderten Exponaten zur fluchbeladenen Sage um den Drachentöter Siegfried habe bei Gericht Insolvenzantrag eingereicht, sagte Museumsdirektor Ralph Trost.

Das Museum habe zu wenig Besucher angelockt, um die Kosten tragen zu können. Die Außenstände summierten sich auf rund 150 000 Euro. Drei festangestellte Mitarbeiter seien bereits entlassen worden. „Ich bin übriggeblieben — und die Reinigungskraft“, sagte Trost.

Das Museum mit rund 1100 Quadratmetern Ausstellungsfläche war im März 2010 eröffnet worden. Seither hätten sich dort rund 15 000 Besucher über die Geschichte des Nibelungenliedes informiert, sagte Trost. Die Stadt habe aber mit 20 000 Besuchern pro Jahr gerechnet. Jedoch sei die Konkurrenz zum Römermuseum und dem Archäologischen Park (APX) vor den Toren Xantens zu groß.

„Eiskalt erwischt“ worden sei das Siegfried-Museum außerdem dadurch, dass der Landschaftsverband Rheinland (LVR) als Träger des Römermuseums Besuchern unter 18 Jahren den Eintritt kostenlos gewähre. Schulklassen strömten deshalb eher in den APX als zur Nibelungenausstellung in der Innenstadt. Problem des Hauses sei zudem das Marketing. „Man kennt uns nicht“, sagte Trost.

Ein Vorschlag der Stadt Xanten sah vor, das Museum mitsamt seiner Schulden zu übernehmen, aber die Direktorenstelle zu streichen. Der Trägerverein wolle den Leiterposten aber halten, um die Wissenschaftlichkeit des Museums zu gewährleisten, sagte Trost.

Trotz des Insolvenzantrages gehe die Diskussion zwischen Stadt und Verein zur Zukunft des Museum weiter. „Wir versuchen, noch gemeinsam eine Lösung zu finden, um das Museum zu retten“, so Trost.

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