Schnäppchenjäger ersteigern Fahrräder

Schnäppchenjäger ersteigern Fahrräder

Die Räder aus dem Fundbüro gingen in einer stillen Auktion an den Meistbietenden.

Dülken. Das städtische Fundbüro im Dülkener Rathaus ist mit rund 35 Fahrrädern, einigen Kinderwagen und einem Rollator gut gefüllt. Nach und nach kommen Interessierte vorbei, inspizieren die Objekte und hoffen darauf, ein Schnäppchen zu machen. Gefunden wurden die Fahrräder an Laternen, in Feldern oder Büschen. Zum Teil handelt es sich auch um gestohlene Räder, die von der Polizei zur Verfügung gestellt wurden. Bei einer stillen Versteigerung warteten die Fundstücke nun auf neue Besitzer.

Das besondere an dieser Art der Versteigerung: Sie funktioniert ohne einen Auktionator. Wenn den Besuchern ein Fundstück gefällt, geben sie auf einem Formblatt ihr Gebot ab und werfen den Zettel in eine Box. Derjenige, der das höchste Gebot abgibt, ist der neue Besitzer des Objekts. So kommen ganz unterschiedliche Gebote zustande. „Mal sind es nur zehn, manchmal über 100 Euro“, so George Barbee, Mitarbeiter des Fachbereichs Ordnung und Sicherheit.

Bevor die Fundsachen aber versteigert werden düfen, wird versucht, den Eigentümer zu finden. Dafür werden die Gegenstände mindestens sechs Monate lang im Fundbüro aufbewahrt. So lange dauert die gesetzlich vorgegebene Frist, erklärte Barbee. Wenn sich der Besitzer nicht finden lässt, werden die Fundstücke versteigert. Die Gegenstände, für die gar kein Gebot reinkommt, werden nach der Versteigerung gespendet, beispielsweise an die LVR-Klinik. Jedoch war es die vorerst letzte Versteigerung, die in dieser Form stattfindet. Bald soll auf ein elektronisches Verfahren umgestiegen werden, teilte Thomas Ricker, Leiter des Fachbereichs Ordnung und Sicherheit, mit. Dafür werden in Zukunft Fotos der Fundstücke online gestellt, wo Interessierte dann darauf bieten können.

Neben Fahrrädern kommen aber auch ziemlich verrückte Dinge im Fundbüro an, erzählte Ricker: „Vor einiger Zeit lief im Bereich der Süchtelner Höhen ein Pferd herum, das nicht registriert war. Wir haben das Pferd dann ins Tierheim gebracht. Es wurde bei einem Bauern untergestellt und ärztlich versorgt.“ Ähnlich skurril ist, dass laut Thomas Ricker regelmäßig Gebisse abgegeben werden. Dabei ist es auch schon einmal vorgekommen, dass eine Frau ein gefundenes Gebiss einmal anprobieren wollte, um zu prüfen, ob es denn ihres sei — war es aber nicht.

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