Richtfest der Klimaschutzsiedlung

Richtfest der Klimaschutzsiedlung

Viersen. Neun Monate nach dem ersten Spatenstich hat Viersens erste Klimaschutzsiedlung am Samstag Richtfest gefeiert. „Hier entsteht ein ökologisches Wohnquartier mit drei Passivhäusern und 48 Wohnungen“, sagt Heinz Fels, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Viersen anlässlich der Feierlichkeiten.

In seiner Begrüßungsansprache beschrieb er das besondere Umweltkonzept dieser Anlage: „Wenn es gut läuft, wird eine 50 Quadratmeter große Wohnung maximal 450 Kilogramm CO2-Belastung pro Jahr erzeugen. Im Vergleich: Eine in den 1970er-Jahren im normalen Standard erbaute Wohnung produziert jährlich 10 000 Kilogramm CO2.“

Die Anlage wurde in modernstem Passivhausstandard erbaut, verfügt über Erdwärme, Photovoltaik und Solarthermie sowie Speichersysteme für Warmwasser und Strom. Damit erfüllt das Projekt die höchsten Anforderungen der KfW-Bank und ist als NRW-Klimaschutzsiedlung anerkannt. Neben Beton, Steinen und Holz wurden allein 166 Tonnen Stahl in der neuen Wohnanlage verbaut. 33 Gewerke waren und sind am Bau beteiligt, die Wohnungsgenossenschaft investiert fast elf Millionen Euro in das Projekt. Voraussichtlich im Mai 2018 werden die ersten Mieter in die Klimaschutzsiedlung einziehen können.

Die Wohnungen sind zwischen 49 und 109 Quadratmetern groß und sollen so die Anforderungen von Singles ebenso erfüllen wie von jungen Familien. Bürgermeisterin Sabine Anemüller freute sich darüber, dass in der neuen Klimaschutzsiedlung Wohngebäude für Jung und Alt entstehen. „Hier ist auch ein sozialer Gedanke vertreten, der die Gemeinschaft und die Kommunikation fördern wird.“

Hans Peter Bergs (64) ist Anwohner und hat als Kind in dem ehemaligen Wohnblock gewohnt, auf dem nun die Klimaschutzsiedlung errichtet wurde. Die Idee dieser neuartigen Bauweise und der verbauten Technik gefällt ihm sehr gut. „Man kann mit Erdwärme heizen, das ist die Zukunft“, erklärt Bergs. Er könne sich durchaus vorstellen, in eine der neuen Wohnungen einzuziehen. „Man wird ja nicht jünger, und hier wurde an alles gedacht, um im Alter komfortabel zu leben.“

Mehr von Westdeutsche Zeitung