Randalierer räumen an der „Lü“ auf

Randalierer räumen an der „Lü“ auf

An der Lüttelforster Mühle schlugen Jecke über die Stränge — und zeigten sich jetzt reumütig.

Schwalmtal. Über Karneval haben zwei verkleidete Personen an der Lüttelforster Mühle ihr Unwesen getrieben. In der Nacht zu Rosenmontag traten sie im Biergarten des Restaurants unter anderem die dort in Kübeln aufgestellten Tanzlinden und Möbel um. Die großen Kübel zerbrachen, die mitinstallierten Steckdosen wurden herausgerissen. Eine Kamera hielt das nächtliche Treiben der beiden fest.

Statt mit den Aufzeichnungen zur Polizei zu gehen, gab der Inhaber der „Lü“, Dirk Zimmermann, den „dollen Demolierern“ noch eine Chance: Im sozialen Netzwerk Facebook teilte Zimmermann mit, dass er den Jecken bis Aschermittwoch Gelegenheit gebe, die Sache aus der Welt zu schaffen. Viele Facebook-Nutzer beteiligten sich an der Aktion und teilten den Beitrag.

Jetzt bedankte sich das „Lü“-Team nun bei den Nutzern: „Ohne den massiven Druck und die vielen Hinweise, die die Fans des gastlichen Hauses an der Schwalm ausgelöst haben, wäre der Fall wohl nicht so einvernehmlich gelöst worden.“ Die Jecken hätten den Narren-Bonus genutzt und sich reumütig gezeigt, berichtet das „Lü“-Team: Die Randalierer räumten auf, stellten alles wieder ordentlich hin, auch die Kutsche.

„Schade ist nur, dass unsere Tanzlinden kaputt sind, aber der Schaden hält sich in Grenzen“, sagt Dirk Zimmermann. Für ihn sei die Sache damit erledigt, „ich habe den Jungs vergeben“. Er habe anhand der Aufzeichnungen der Kamera gesehen, dass es vermutlich junge Leute waren, „und da habe ich gedacht, na ja, Jugendsünden“, erzählt der „Lü“-Inhaber. Der 62-Jährige ist Vater von vier Söhnen, „von daher ist das Verständnis groß“, sagt er. Auch für Karneval habe er viel Verständnis — nicht zuletzt lädt Zimmermann in der Session regelmäßig Prinzenpaare der Region in die „närrische Lü“ ein. biro