Pro Bahn zur Regiobahn:Diskussion eine „Farce“

Pro Bahn zur Regiobahn:Diskussion eine „Farce“

Mönchengladbach/Kreis Viersen. Als „Farce“ bezeichnet Detlef Neuß die Diskussionen zur Verlängerung der S 28 in Gladbach: Das Vorstandsmitglied des Pro-Bahn-Landesverbands ist Befürworter einer Weiterführung der Regiobahn vom Kaarster See bis nach Viersen und vermisst bei Gladbacher Politikern, sich mit Fakten auseinanderzusetzen.

Er kritisiert, dass unter anderem unterschiedliche Kosten für die Stadt beziffert wurden. Auch der Verweis, die Regiobahn-Verlängerung würde das RoCK-Projekt, die Verbindung von Eindhoven nach Düsseldorf über Gladbach gefährden, sei wenig stichhaltig.

Das S-28-Projekt, das eine 14,3 Kilometer längere Strecke über Schiefbahn, Neersen bis nach Viersen vorsieht, ist in der Gladbacher Politik umstritten. Der Riss geht quer durch die Parteien. In der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Ost positionierte sich zum Beispiel CDU-Ratsherr Willi Schmitz, er werde auf keinen Fall einer Verlängerung der Strecke zustimmen. Zwar ist die christdemokratische Ratsfraktion gespalten, ob sie für die Regiobahn-Verlängerung stimmen wird. Aber Schmitz’ deutliches Statement ließ an seiner Klarheit nichts zu deuteln. In der SPD ist die Skepsis gegenüber der S 28 auf Gladbacher Gebiet zwar riesengroß. Aber unter der Hand werden auch Vorteile erwähnt, wenn Viersen über die bestehende Trasse angebunden würde. Auch der grüne Bezirksvertreter Hajo Siemes beklagte in der Sitzung nur Nachteile, während seine Fraktion sich eindeutig für einen Ausbau ausgesprochen hat.

Pro-Bahn-Vorstand Neuß sieht eher Nachteile auf Gladbach zukommen, wenn es nicht zu einer Verlängerung kommt. Kosten entstünden der Stadt zwar keine, sie würde nur durch die VRR-Umlage beteiligt. Diese müsste die Stadt auf jeden Fall tragen — wenn die S 28 nicht verlängert werde, würde das Geld für eine Strecke nach Herten ausgegeben. Werde die S 28 nach Viersen verlängert, böte sich der RE 13 als RoCK-Verbindung an: Die weiter bis nach Venlo verlängerte S 28 könnte dann kleinere Bahnhöfe (Dülken, Breyell usw.) bedienen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung