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Pläne für Ärzte-Zentrum nehmen Form an

Pläne für Ärzte-Zentrum nehmen Form an

Derzeit werden für ein Schallgutachten etwaige Einsätze der Rettungswagen hochgerechnet. Der Bebauungsplan soll demnächst in einer Infoveranstaltung vorgestellt werden.

Lobberich. Vor der Glastür hat der Paketbote einen dicken Büromaterialkatalog abgelegt, doch hinter der Glastür, die durch zwei dicke Holzbalken gesichert ist, tut sich vorerst nichts mehr: Das Gebäude des Familienzentrums des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) am Sassenfelder Kirchweg in Lobberich wartet nach dem Umzug seiner Nutzer in die Kita „Nettetopia“ auf seinen Abriss. Wann das sein wird, steht noch nicht fest, aber nun werden die Pläne für die Errichtung eines Ärzte-Zentrums mit einer Apotheke, einer neuen Rettungswache und einem Parkdeck konkreter.

Pläne für Ärzte-Zentrum nehmen Form an
Foto: Knappe

Demnächst sollen die Bürger im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens Lo-271 darüber informiert werden. „Ein Termin steht allerdings noch nicht fest“, sagte Stadtplaner Markus Grühn.

Bereits im vergangenen Jahr war der nordwestliche Flügel der einstigen evangelischen Volksschule (später Sonderschule, dann DRK-Familienzentrum mit Kita) abgebrochen worden. Dort entsteht zurzeit eine Wohnanlage mit 20 vor allem auf Senioren zugeschnittenen Wohnungen sowie Räumen für eine psychiatrische Tagesklinik. Diese will der Landschaftsverband Rheinland als Außenstelle der Süchtelner Psychiatrie betreiben. Die Tagesklinik soll Mitte Juli 2019 in Betrieb genommen werden. Die Wohnungen dagegen sollen nach Auskunft der Projektfirma Janissen & Janissen aus Viersen-Dülken vor Ostern fertig sein.

Auf der restlichen Schulfläche und dem Parkplatz gegenüber dem Krankenhauseingang (rund 5600 Quadratmeter) sollen längs der Straße Ärztehaus und Apotheke (rund 1500 Quadratmeter Grundstück) und die Rettungswache entstehen, wobei diese im Wesentlichen auf dem jetzigen Parkplatz errichtet wird. Für das Parkdeck hinter dem Ärztehaus werde eine eigene Zufahrt zum Sassenfelder Kirchweg geschaffen, erläuterte die Technische Beigeordnete Susanne Fritzsche im Planungsausschuss.

Eine Aufgabe der Planer ist es jetzt, durch ein Schallgutachten zu erkunden, ob es möglicherweise zu einer unzumutbaren Lärmbelästigung für die Anwohner vor allem an der unteren westlichen Seite der Graf-Mirbach-Straße kommen kann, hauptsächlich in der Nacht. Dazu sollen etwaige Einsätze der Rettungswagen und des Notarzt-Einsatzfahrzeugs hochgerechnet werden. Vom Parkdeck ausgehende Geräusche könnten beispielsweise gemildert werden, indem das obere offene Außendeck ab 22 Uhr nicht mehr benutzt werden dürfe, sagte Fritzsche.

Noch besteht die Gefahr, dass die Planung für die neue Rettungswache nicht umgesetzt wird. Denn der Kreis Viersen hat im Frühjahr ein Gutachten zur Organisation des Rettungsdienstes vorgelegt, nach dem für Nettetal eine neue Rettungswache in Breyell-Gier gebaut werden sollte. Von diesen Überlegungen hält die Stadt nichts. Entscheidungen werden wohl nicht vor Jahresende fallen. Klar ist, dass sich etwas tun muss, denn derzeit ist die Rettungswache im Keller des Krankenhauses untergebracht.

Da wegen der Erweiterung des Krankenhauses an der Südwestecke Parkplätze wegfallen, sind auf dem ehemaligen Schulhof 25 Behelfsparkplätze angelegt worden. Vorher hatte man schon den einstigen überdachten Verbindungsgang zwischen den beiden Schulgebäuden abgerissen. Im Bebauungsplan ist er noch eingezeichnet.

Ist das Parkdeck demnächst gebaut, gibt es in dem Bereich künftig mehr Stellplätze, als nach den Vorschriften nötig sind.