Ordnungsamt kontrolliert jetzt in Zivil

Ordnungsamt kontrolliert jetzt in Zivil

Vor allem Raucher auf Spielplätzen, Wildgriller und Hundehalter, die ihr Tier nicht anleinen, sollen so besser ertappt werden.

Viersen. Blaue Hemden, dunkle Cargohosen, ein schwarzer Mehrzweckgürtel für Reizgas, Handschuhe und Handschellen: So sieht die Uniform für das Team vom Kommunalen Ordnungsdienst (KOV) aus, die die Stadt Viersen vor knapp zwei Jahren angeschafft hat. Die speziell für Viersen bestickten Wappen sind etwa an den Hemdärmeln mit Klett befestigt, ebenso das Schild „Ordnungsamt“ auf Hemdtasche und Jackenrücken. Ebenfalls per Klett ist der Koppelgürtel zu schließen. „Wir haben uns für Uniformen entschieden, mit denen wir uns der Polizei anpassen, aber auch unterscheiden“, sagte Thomas Biener, Abteilungsleiter für Ordnung, damals.

Thomas Biener, Abteilungsleiter für Ordnung bei der Stadt Viersen

Jetzt setzt das Ordnungsamt während der warmen Monate auch auf Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes, die keine Uniform tragen, sondern in Zivil im Einsatz sind. Sie sollen insbesondere Spielplätze und Parkanlagen kontrollieren. Biener berichtet: „Oft können wir ordnungswidriges Verhalten nicht ahnden, weil schuldbewusste Mitmenschen die Uniformen des Kommunalen Ordnungsdienstes schon aus der Ferne erkennen und die Flucht ergreifen.“ Der Einsatz der Zivilstreife mache beispielsweise möglich, dass überraschte Raucher auf Spielplätzen ebenso auf frischer Tat ertappt werden können wie Hundebesitzer, die ihre vierbeinigen Freunde ohne Leine laufen lassen.

Die Stadt Viersen ist nicht die erste Kommune, die auf Ordnungsdienstmitarbeiter in Zivil setzt. Bereits vor neun Jahren waren in Köln Zivilstreifen unterwegs. Die dortigen Erfahrungen waren laut Ordnungsamt gut. „Wenn sich unsere Leute in Uniform in den Parks zeigen, halten sich plötzlich alle an die Grünflächenordnung“, erklärte der Leiter des Amtes für öffentliche Ordnung. Durch die Mitarbeiter in Zivilkleidung seien mehr Ordnungswidrigkeiten geahndet worden.

Auch die Stadt Mönchengladbach setzte in der Vergangenheit bereits auf Ordnungsdienstler in Zivil, um durch unvermutete Kontrollen vornehmlich Raucher auf Spielplätzen ins Visier nehmen zu können.

In Viersen sollen neben Rauchern und Hundehaltern, die ihre Tiere nicht anleinen, auch Wildgriller und Menschen, die ihren Abfall im Park liegen lassen, von den Zivilstreifen des Kommunalen Ordnungsdienstes angesprochen und verwarnt werden. Im besten Falle führe die Zivilkontrolle dazu, dass die Menschen ihr Fehlverhalten einsehen — verbunden mit einem Verwarn- oder Bußgeld, so Biener.

Auch wenn die Mitarbeiter des Ordnungsamtes keine Uniform tragen, an der sie leicht zu erkennen sind, haben sie einen Dienstausweis mit Foto dabei. Mit ihm können sie sich ausweisen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung