Niederkrüchten: Halle ein Raub der Flammen

Niederkrüchten: Halle ein Raub der Flammen

Bei einem Brand ist eine Scheune mit Fahrzeugen in Niederkrüchten völlig zerstört worden.

Niederkrüchten. Bei einem Brand ist eine 3000 Quadratmeter große Lagerhalle in Niederkrüchten am Mittwochabend komplett zerstört worden. In der Scheune waren Stroh, landwirtschaftliche Geräte und Fahrzeuge gelagert. Auf dem Dach war außerdem eine Photovoltaikanlage installiert. Verletzt wurde niemand.

Es war bisher ein ruhiger Januar für die drei Löschzüge der Feuerwehr Niederkrüchten gewesen — bis zum Mittwochabend. Da wird um 20.14 Uhr ein Scheunenbrand im kleinen Ortsteil Laar gemeldet. Schon auf der Anfahrt sehen die Wehrleute den Feuerschein am Himmel und wissen: Das wird eine lange Nacht.

Als die ersten Fahrzeuge eintreffen, steht die Halle (30 Meter breit und 100 Meter lang) schon komplett in hellen Flammen. Es knallt immer wieder. Das sind die Reifen der landwirtschaftlichen Fahrzeuge, die in der Halle stehen. Verstärkung wird angefordert.

Das hat zwei Gründe. Zum einen stürmt es. Funken fliegen immer wieder in Richtung anderer Gebäude. Da muss schnell alles nass gehalten werden, damit das Feuer nicht überspringen kann. Der Wind treibt das Wasser noch in der Luft immer wieder weg, und er steht ungünstig. Hydranten gibt es zwar, aber sie geben längst nicht genug Wasser her, um alle Rohre, die gebraucht werden, gleichzeitig zu versorgen.

Das ist Grund zwei: Es muss ein Pendelverkehr zum einige hundert Meter entfernten Hariksee eingerichtet werden. Dafür wird die L 372 zwischen Amern und der B 221 gesperrt. Auch zwei Leitungen direkt an den See legen die Feuerwehrkräfte, um die Fahrzeuge an der Scheune immer wieder zu befüllen. Aus Viersen kommt das große Tankfahrzeug mit einer Kapazität von 9000 Litern Wasser und 500 Litern Schaum.

Und zwischen den vielen Feuerwehrautos parkt ein Doppeldecker. Es ist der „Big Bass“, der rollende Jugendtreff in den Gemeinden Niederkrüchten und Schwalmtal. Wäre an diesem Tag alles normal gelaufen, würde er in der Scheune stehen, denn dort ist sein Parkplatz. Aber Sozialpädagoge Eric Loll hat am Nachmittag mit einigen Jugendlichen im Nachbarort Brempt am neuen Konzept für den Bus gefeilt und kommt deswegen erst nach 20 Uhr zur Scheune. Er ist einer der Anrufer bei der Feuerwehr. „Da hat der Bus einen Schutzengel gehabt“, seufzt er mit Blick auf die Flammen.

Das Fahrzeug, das im Auftrag des Kreises Viersen die Jugendarbeit in den kleinen Ortsteilen von Niederkrüchten und Schwalmtal leistet, ist 35 Jahre alt und hat 900 000 Kilometer gelaufen. Wäre es verbrannt, hätte man sicher so schnell keinen Ersatz bekommen. Ein Bauwagen, in dem verschiedene Materialien für die Bus-Einsätze gelagert werden, verbrennt allerdings in der Scheune.

Wie hoch der Schaden ist, kann die Polizei noch nicht abschätzen. Allerdings verbrennt die erst gut ein Jahr alte Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Scheune, was den Schaden in die Höhe treiben dürfte. Zur Brandursache gibt es noch keine Anhaltspunkte. Nach Auskunft von Polizeisprecherin Antje Heymanns soll es bis nächste Woche dauern, bis Erkenntnisse eines Sachverständigen vorliegen.

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