Neue Projekte für die Region

Neue Projekte für die Region

Peter Hauptmann, ehemaliger Staatssekretär im Saarland, wird neuer Chef der Wirtschaftsförderung Kreis Viersen.

Kreis Viersen. Was wird aus den ehemaligen Militärflächen an der Grenze, wie entwickelt sich das grenzüberschreitende Gewerbegebiet Venete (Venlo-Nettetal-Tegelen), wie sieht die künftige finanzielle Ausstattung aus? Das sind drängende Fragen, die derzeit die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WfG) für den Kreis Viersen bewegen. Und die von einem neuen Geschäftsführer bewältigt werden müssen. Denn zum 30. Juni wechselt Rolf Adolphs in den Ruhestand, der die WfG 20 Jahre lang geleitet hat. Am Donnerstag stellte Landrat Peter Ottmann dessen Nachfolger vor: Peter Hauptmann (47), ehemaliger Staatssekretär im Wirtschaftsministerium im Saarland.

Zum 1. April tritt Hauptmann seinen Dienst in Viersen an, wird in den nächsten drei Monaten von Adolphs eingearbeitet. „Sie übernehmen eine gut aufgestellte WfG, die bereits 50 Jahre auf dem Buckel hat“, sagte Ottmann.

Hauptmann ist zwar gebürtiger Rheinländer (Bad Godesberg), lebt aber schon lange im Saarland. Er ist gelernter Bankkaufmann und Volljurist. Er war Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Saar und von 2009 bis 2012 Staatssekretär. Dann wurde der FDP-Politiker Opfer der politischen Konstellation. Die Jamaika-Koalition aus CDU, FDP und Grünen platzte. Hauptmann wurde freiberuflicher Berater und strebt jetzt nach eigenen Worten wieder „Managementfunktionen“ an.

So will er Dinge gestalten und die Region strukturell weiterentwickeln. Interessant findet er, dass der Kreis Viersen derzeit einen Masterplan erstellen lässt. Besser nutzen möchte er das Technologiezentrum in Kempen, prüfen will er, ob es im Raum Nettetal wirklich nur noch Garten- und Landschaftsbau geben soll. Auf Dauer wird es ihm wohl nicht reichen, dass sich die WfG nur über die nicht zu beeinflussende Dividende aus RWE-Aktien finanziert. Hauptmann: „Eine WfG lebt immer von Veränderungen“. Das gilt wohl auch für die Frage möglicher Gewinne der Gesellschaft, die zuletzt stets an die Politik abgeführt werden mussten. „Ich freue mich schon auf die Diskussion, wenn wir Gewinne haben, ob wir sie abführen oder nicht“, so Hauptmann.

Den Kreis Viersen kennt er bisher nicht, will in Kürze aber in die Region ziehen. Reizvoll findet er in jedem Fall die Grenznähe und die großen Zentren Düsseldorf und Köln.

In der Zeit des Übergangs will er die Projekte gemeinsam mit Noch-Geschäftsführer Rolf Adolphs ansehen. „Dahinter steckt ja immer mehr als nur die Aktenlage“, sagt Hartmann. Nichts vorgeben will ihm Amtsinhaber Adolphs: „Als ich vor 20 Jahren Geschäftsführer der WfG wurde, war ich dankbar, dass mir meine Vorgänger nichts mit auf den Weg gegeben haben.“

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