Neu: Kleine Fähre zur Überquerung der Niers

Neu: Kleine Fähre zur Überquerung der Niers

Eine neue Attraktion im Naturpark: Wanderer und Radfahrer können den Fluß mit einer Selbstbedienungsfähre überqueren.

Wachtendonk. Der Niederrhein ist um eine neue Attraktion reicher: eine kleine Fähre über die Niers. Die Anlage im Wasser (Aiwa) ist in den neuen Rundwanderweg und in die geplante Radroute integriert. „Die behördliche Beschreibung Aiwa erinnert ein wenig an den Namen des Reiseschiffs Aida, und bei uns wird nicht weniger Erholung geboten“, schmunzelt Bürgermeister Udo Rosenkranz bei der Einweihung der neuen Selbstbedienungsfähre.

Die Idee zu diesem Projekt entstand im Rahmen der Vorbereitungen für die Naturparkschau 2012. Durch die Gierfähre wurde ein neuer Rundwanderweg nördlich des historischen Wachtendonker Ortskerns ermöglicht, der den Wasserblick „Nette trifft Niers“ und das gesamte Naturschutzgebiet erlebbar machen soll. Künftig, so hofft der Bürgermeister, schließt sich an die sonntägliche Fahrradtour mit Fährfahrt ein Besuch im Wachtendonker Ortskern an.

Dazu wird im Frühjahr 2013 ein etwa 23 Kilometer langer Radweg nahe der niederländischen Grenze festgelegt. Das gesamte Projekt steht unter dem Motto „Wasserblicke und viel Natur“. Daniel Mertens (Niersverband), Heinz Fleischhauer (Sachverständiger) und der Erbauer der Fähre, Ingenieur Franz-Hermann Waerdt, sind sich einig: „Kleinigkeiten wie Bedienungshinweise müssen noch nachgebessert werden, aber im Laufe der kommenden Woche ist die Anlage fertig.“

Der Diplomingenieur blickt zufrieden auf die mühselige Planungs- und Bauphase zurück: „Was im Trockendock funktioniert hat, klappte auf dem Wasser nicht mehr, und so standen wir immer wieder vor neuen Herausforderungen.“ Die Kosten für die Anlage, Uferbefestigung, Hinweisschilder und zusätzlichen Wanderwege belaufen sich auf knapp 35 000 Euro und werden von mehreren Sponsoren und der Gemeinde getragen. „Eine Brücke hätte schätzungsweise das Dreifache gekostet, und da haben wir uns für unser Sechs- Personen-Schiff entschieden“, meint Rosenkranz. Platz für Gepäck und Fahrräder sei ebenfalls ausreichend vorhanden.

Der Wankumer Landwirt Thomas Jentjens (46) ist einer der ersten, die mit der Selbstbedienungsfähre übersetzen durften und meint: „Ich finde es eine tolle Attraktion, die es in dieser Form noch nicht in der Umgebung gibt. Ich hoffe, dass viele Radfahrer und Wanderer den Weg zu uns finden.“

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