Nettetaler Taubenberg: Seen wie blaue Perlen

Nettetaler Taubenberg: Seen wie blaue Perlen

Vom Aussichtsturm auf dem Taubenberg lässt sich der Niederrhein überblicken.

Nettetal. In der Ferne ein Schloss, Windräder und Kirchtürme, ringsum nichts als Wald. Schön die Aussicht von hier oben, hoch über den Wipfeln. Sind allein die Hinsbecker Höhen in Nettetal für niederrheinische Verhältnisse nahezu alpin, so ist der Blick vom Aussichtsturm auf dem Taubenberg geradezu grandios. Zumal bei Sonnenschein aus all dem satten Grün der Wälder die Krickenbecker die Seen wie blaue Perlen aufleuchten.

Natürlich sind es die Seen, die von hier oben die Blicke auf sich ziehen, eingebettet in Mischwälder. Doch auch die nicht sichtbaren Gewässer machen diese Aussicht so reizvoll: Weit im Westen reicht die Sicht bis hinter die Maas nach Holland rein.

Der Fluss ist zu erahnen unterhalb hoher Gebäude in Venlo, die wie Stolpersteine die sanfte Linie des Horizonts unterbrechen. Ganz anders im Osten: Weit draußen geht der grüne Schimmer über ins Braun und Gelb der Felder und verliert sich in gräulichen Schemen, die vom Rheintal zwischen Krefeld und Düsseldorf zeugen.

Von den zwei Flüssen ist diese niederrheinische Landschaft geprägt: Hier hat der Rhein durch wechselnden Flusslauf das Tal gestaltet, dort durchfließt die Maas den so genannten Venloer Graben, dazwischen die Süchtelner und Hinsbecker Höhen. Geologisch interessant, aber auch in Sachen Freizeit abwechslungsreich ist’s an diesem Wasserblick.

„Papa, du bist aber lahm heute“, ruft ein Junge, der im Wettlauf mit seinem Vater die Turmstufen hochspringt. Auf den Bänken um den Turm sitzen Familien. Am Fuße des Turms blickt ein älteres Paar abwechselnd durchs Fernglas; wem der Aufstieg zu beschwerlich ist, findet auch hier durch die Lücken zwischen den Bäumen reizvolle Ausblicke.

Noch reizvoller ist die Aussicht ganz oben. Von den 81 Metern Höhe des Berges ragt der ehemalige marode Feuerwachturm, der vor sieben Jahren repariert und ausgebaut wurde, noch einmal knapp 29 Meter in die Höhe.

Dort, auf der kleinen Aussichtsplattform pfeift der Wind, das leichte Schwanken der Holzkonstruktion in rund 110 Metern Höhe ist spürbar. Was freilich allein der Blick auf Schloss Krickenbeck schnell vergessen lässt.

Zu finden ist der Aussichtsturm leicht. Vom Wanderparkplatz der Jugendherberge Hinsbeck ist der Weg gut ausgeschildert: Vorbei an mittelalterlichen Gerichtsstätten, Spielwiesen und Heideflächen geht’s zum Taubenberg-Turm mit der schönen Aussicht.

Mit dieser Folge endet unsere Wasserblicke-Serie.

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