Zwei Vorbilder für soziales Handeln

Leuth : MIT zeichnet zwei Vereine mit der Timmermanns-Medaille aus

Sowohl die Lebenshilfe des Kreis Viersen als auch der Verein Kindertraum haben sich aus Sicht der Juroren um Inklusion bemüht.

In diesem Jahr zeichnete die Mittelstandsvereinigung der CDU keine Unternehmen aus, sondern zwei Vereine, die für soziales Engagement in Zusammenhang mit der Welt der Arbeit stehen. Schon in ihrer Begrüßung machte die Nettetaler MIT-Vorsitzende Helma Josten klar, dass dieser Donnerstagabend im Saal des Restaurans „De Wittsee“ etwas anders ausfalle, als man das von dieser Traditionsveranstaltung gewohnt sei.

Mit der Timmermanns-Medaille wurden die Lebenshilfe Kreis Viersen und der Nettetaler Verein Kindertraum ausgezeichnet. Beide stehen für die Teilhabe von Menschen mit Behinderung an der Gesellschaft, vor allem für Inklusion in Schulen und am Arbeitsmarkt.

Lebenshilfe und Kindertraum seien jeweils neue Wege gegangen

MIT-Kreisvorsitzender Maik Giesen hob in seiner Laudatio hervor, die Lebenshilfe habe neue Wege eingeschlagen, Arbeitsplätze geschaffen und Inklusion aktiv gelebt. „Das sei beispielhaft und verdiene hohen Respekt und Anerkennung“, so Giesen. Die Lebenshilfe im Kreis mit Sitz in Tönisvorst ist 1967 noch als Selbsthilfegruppe gegründet worden. Heute sind dort 186 Mitarbeiter beschäftigt, und sie bildet auch Sozialpädagogen aus. Vorbildlich nennt Giesen vor allem „„das Käffchen““ am Steinkreis in Viersen, in dem auch Arbeitsplätze für Menschen mit Handikap geschaffen wurden. Die Lebenshilfe bietet auch Hausmeisterei und Wohnraum an, nicht zu vergessen die Aktion „Ehrenamt rückwärts“ in Willich-Wekeln. Geschäftsführer Michael Behrendt und Regina Küppers vom Vorstand nahmen die Medaille stellvertretend für sämtliche Mitarbeiter der Lebenshilfe entgegen.

Vera Gäbler (MIT Nettetal) würdigte den zweiten Preisträger, den Verein Kindertraum, vertreten durch Vorsitzenden Ludger Peters – und seinen Sohn Julian, der mit Trisonomie 21 geboren wurde. Seine Eltern wünschten sich, dass Julian einen Regelkindergarten und eine Regelschule besuchen sollte. Das sei vor fast 30 Jahren nicht vorgesehen gewesen. „Überall stieß man auf Ausgrenzung und Ausschluss“, sagt Julians Mutter Vera Gäbler. Hilfe fanden die Eltern bei der niederländischen „Stichting Downsyndrom“ – und gründete 1994 den Verein Kindertraum. hb

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