Zeitgenössische Kunst: Ausstellung in der Alten Fabrik

Zwölf Kreative und eine Gruppe stellen bis Samstag in der Alten Fabrik aus.

Kaldenkirchen. Eintauchen, abtauchen: Wie ein Schwarm Fische ziehen tausende neongelber Striche die Blicke in ihren Sog. Im Saal hingegen gibt die halbrunde Skulptur einem Anker gleich Halt. Reizvolle Kontraste: Eine faszinierende Vielfalt zeitgenössischer Kunst ist bis Samstag in der Expo-Ausstellung „guck.mal. rein“ in Kaldenkirchen zu sehen.

„Allerhand für Nettetal, das hat internationales Niveau“, lobt eine Besucherin bei der Vernissage. In der Tat: Initiatorin Nicole Terstappen hat wieder Künstler aus mehreren Ländern für ihre jährliche Ausstellung gewinnen können.

So macht die Alte Fabrik von außen zwar ihrem Namen alle Ehre, im Innern aber wird sie zum Kunstpalast: In hellen Räumen und Sälen, auf den Fluren und im Kunstcafé lauter Objekte und Fotografien, Malereien und Grafiken, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Was sie eint, ist ihre packende Wirkung.

Dabei kommt’s nicht auf die Größe an. Nina Zedelius’ Werke etwa heischen Nähe. Die Künstlerin aus Nizza reiste auf Max Frischs Spuren von Paris bis Athen dem Romanhelden Homo Faber nach: „Dabei habe ich an jedem Ort neue Tragödien entdeckt“, erzählt sie. Zu sehen sind die Textauszüge und Grafiken in kleinen Rahmen.

Erst mit Abstand erschließ sich die Wirkung der großformatigen Bilderreihe „das Meer, es ist hinter den Dingen“ des Nettetalers Heinz Lanser. Doch räumlichen Abstand zu gewinnen ist nicht leicht bei der Vernissage: Zeitweise dichtes Gedränge, dabei auch viele Nettetaler Künstler.

Bunt und plastisch die Werke der jugendlichen Künstlergruppe; sie werden bei der Finissage zugunsten der Kinderkrebshilfe „Löwenkinder versteigert: „Gebote nehmen wir jetzt schon an“, wirbt Nicole Terstappen.

Zu kaufen sind auch die anderen Werke. Das Triptychon „Oase“ von Rolf Gerhards etwa: Tausende neongelber Striche, einem Fischschwarm gleich, bannen die Blicke, dass es schwerfällt, sich zu lösen, wieder aufzutauchen aus dem Sog des Kunstwerks.

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