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Wie ein Verein die Stadt mit Kultur attraktiver macht

Freizeit in Nettetal : Kultur für eine attraktive Stadt

Der Verein „Kulturverein der Wirtschaft“ besteht 2023 seit 30 Jahren. Was er in dieser Zeit alles erreicht hat und was er für den runden Geburtstag plant. Und warum Helge Schneider wohl auch dann nicht kommen wird.

Soul Kitchen war da, Brings und die Junge Philharmonie Köln auch, der singende Schauspieler Hans-Martin Stier gab eine Kostprobe seines Könnens ebenso wie das Hamburger Kaiser-Quartett: Sie alle sowie zahlreiche weitere musikalische Gruppen und Solisten kamen auf Einladung des Vereins Kulturkreis der Wirtschaft Nettetal (KdW) in die Seenstadt.

2023 feiert der Kulturkreis seinen 30. Geburtstag. Im März 1993, so erzählt Reinhard Klumpen, erster Vorsitzende des Vereins, wurde auf Anregung des damaligen Stadtdirektors Peter Ottmann und des Sparkassendirektors Willi Plum der Kreis gegründet. Ziel war, die weichen Standortfaktoren der Stadt zu stärken. In den 1990er Jahren suchten viele Firmen Mitarbeiter im mittleren und gehobenen Management. Um ihnen Nettetal schmackhaft zu machen, sollte ein kulturelles Programm angeboten werden, das über die Theater- und Kabarettveranstaltungen der Stadt in der Werner-Jaeger-Halle hinausgingen.

Die Gründungsveranstaltung des Kulturkreises fand im Schloss Krickenbeck mit nur zehn Mitgliedern statt. Mittlerweile sind es knapp über 30. Kamen die Mitglieder zu Beginn ausschließlich aus dem Bereich der Wirtschaft, steht der Verein mittlerweile auch Freiberuflern und Selbstständigen offen. Mitgliedsbeiträge und Spenden bilden das finanzielle Fundament der Veranstaltungen.

Schöner Nebeneffekt: In einer regelmäßig stattfindenden Versammlung haben die Mitglieder Gelegenheit, einander auf informelle Weise zu treffen, sich auszutauschen und ihr Netzwerk zu knüpfen. Mitglieder können auch Nettetaler Firmeninhaber werden, deren Unternehmen nicht vor Ort angesiedelt sind. „Das sehen wir nicht so eng“, sagt Klumpen.

Was aber „eng gesehen“ wird, ist der Standort der Veranstaltungen: „Die sollen in Nettetal bleiben“. In den 30 Jahren seines Bestehens hat der Verein mehr als 200 Konzerte veranstaltet. Für die jährlich vier bis sechs Konzerte suchen die Organisatoren reizvolle Orte auf wie den Innenhof von Schloss Krickenbeck, die Burg Bocholt, das Zirkuszelt in Hinsbeck, die Alte Kirche in Lobberich oder die evangelische Kirche in Kaldenkirchen.

Und der Kulturkreis sorgt jährlich für eine Veranstaltung in jedem Altenheim von Nettetal. „Die Senioren und die Leitung der Heime sind ganz begeistert“, so Klumpen.

Bei den Vorstandssitzungen werden Musikevents vorgeschlagen, diskutiert und abgestimmt. „Das ist das Schöne, dass man als Vorstand Vorschläge machen und mitplanen kann“, sagt Klumpen. Nicht immer klappt alles: Einen Favoriten bekommt der Verein trotz aller Bemühungen nicht – Helge Schneider.

Die Ideen werden den Mitgliedern vorgeschlagen, dann steht das Programm fest. Es soll eine Mischung aus verschiedenen Musikrichtungen sein, so Klumpen. Musicals kommen ebenso auf die Bühne wie ein Kammerorchester. Die Organisation der Konzerte hat zurzeit Maureen Bohnen übernommen.

Die Gäste kommen nicht nur aus Nettetal, sie reisen teilweise von weit her an, hat Reinhard Klumpen beobachtet. Attraktiv sind die günstigen Eintrittspreise, die nur durch das Sponsoring des KdW möglich sind. Die sollen auch stabil niedrig bleiben. „Ich bin optimistisch, dass wir das noch halten können“, bekräftigt Klumpen.