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„Venete ist Schlüssel der Entwicklung“

„Venete ist Schlüssel der Entwicklung“

Leitlinien 2015+ beschäftigen sich mit der Zukunftsfähigkeit der Seenstadt.

Nettetal. Nettetal schreckt der Blick ins Jahr 2025 nicht. „Mit unseren Leitlinien 2015+ haben wir versucht, die Zukunftsfähigkeit Nettetals darzustellen“, sagt Bürgermeister Christian Wagner. Um die Bevölkerungszahl zu halten, sollen Wohnangebote und Infrastruktur für Senioren und Familien genau wie Arbeitsplätze geschaffen werden.

Die Bebauung in Nettetal soll aber nicht mehr so sehr in die Fläche wachsen wie in den vergangenen Jahrzehnten. „Die Entwicklung bei den Einfamilienhäusern wird etwas zurückgeführt. Wir konzentrieren uns besonders auf die Innenstädte“, erklärt Wagner.

Dort hat Nettetal noch einige Brachflächen zu bieten. In Lobberich steht zum Beispiel mit dem ehemaligen Niedieck-Gelände und dem Longlife-Areal eine innerstädtische Fläche zur Verfügung, die zur Wohn- und Gewerbeentwicklung genutzt werden soll.

Das 4,4 Hektar große Niedieck-Gelände wird zurzeit für eine Bebauung vorbereitet. „Wir denken, dass es dort in zwei bis drei Jahren konkrete Pläne gibt“, so Wagner. Bis 2025 könnte diese Fläche längst mit Leben gefüllt sein.

Breyell, Schaag und Leuth brauchen als kleinere Ortsteile weiterhin die Möglichkeit zu wachsen, um ihre Infrastruktur aufrechterhalten zu können. Wagner: „Wir werden dort Neubaugebiete brauchen, aber überschaubarer. Wir sprechen dann nicht mehr von hunderten Einheiten, sondern von dutzenden.“

In Breyell steht das ehemalige Rötzel-Gelände mit 70 000 Quadratmetern Fläche für Wohnbebauung zur Verfügung. Das erhoffte Stadtquartier lässt zwar noch auf sich warten. Aber vielleicht wird der neue Venete-Gewerbepark in Kaldenkirchen Abhilfe schaffen, wenn er Arbeitskräfte und deren Familien nach Nettetal lockt.

„Mit fast 70 Hektar ist Venete der Schlüssel der Stadtentwicklung“, sagt Wagner. „Bis 2025 haben wir dort Potenzial.“ Erste Nettetaler Unternehmen haben Interesse an Flächen in dem Gewerbegebiet angemeldet. Die Vermarktung, die Anfang April nach Freigabe des neuen Abschnittes der A 61 beginnt, soll durchdacht und nicht überstürzt erfolgen. Man lege Wert auf innovative, mitarbeiterstarke Unternehmen. „Das kann dauern, bis das vollläuft“, so Wagner. Dafür brauche man einen langen Atem.

In Breyell-Speckerfeld wurden die zehn Hektar Fläche, die an die Lidl-Tochter MEG für ein Mineralwasser-Werk verkauft worden waren, wieder zurückgenommen und stehen weiterhin für Gewerbe zur Verfügung. Die Stadt hat dem Automobilzulieferer Pierburg, der erwägt seine Standorte Neuss und Nettetal zusammenfassen, das Areal angeboten.

Innerhalb der nächsten sechs Wochen soll im Konzern eine Entscheidung fallen. Für Nettetal wäre es wichtig, den größten industriellen Arbeitgeber zu halten, so Wagner. Der Vorteil für Pierburg wäre, dass die Firma die Fläche des alten Standortes an die Stadt verkaufen könnte. ulli