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Unterschriften für Festsaal in Hinsbeck

Unterschriften für Festsaal in Hinsbeck

Knapp 500 Befürworter und Standortgegner kamen ins Jugendheim.

Hinsbeck. Vor dem Jugendheim bildeten sich am Dienstagabend schon eine Stunde vor Beginn der Info-Veranstaltung zum „Festsaal Hinsbeck“ Warteschlangen.

Knapp 500 Bürger, Befürworter und Gegener des Saalbaus und des geplanten Standortes am Ortsrand an der Krickenbecker Allee sahen auf dem Podium Ortsvorsteher Heinrich Ophoves, Bürgermeister Christian Wagner, die Technische Beigeordnete Susanne Fritzsche und Dietmar Sagel (Stadtentwicklung).

Zwölf Standorte waren in der Diskussion — von Heide bis Oirlich und Wevelinghoven. Fritzsche erinnerte daran, dass die Naturfreunde den Saal im Ort wegen des Landschaftsschutzes forderten, wohingegen Bauexperten wegen Lärmschutz und Parkplätzen einen Standort außerhalb vorzögen. Fritzsche: „Es geht nur in Einigkeit und das wird ein steiniger Weg“. Wagner sagte: „Der Rat erwartet ein klares Votum der Hinsbecker.“

In der Diskussion zeigten Sprüche wie „Es darf keinen Ballermann in Hinsbeck geben“ und „Ihr wollt eure privilegierten Wohnlagen im Naturschutzgebiet nicht teilen“ wie emotional das Thema behandelt wird. Reinhard Born warnte vor „einer Spaltung des Dorfs“. Andrea Plenke, Initiative zum Schutz der Hinsbecker Heide, regte eine gemeinsame Arbeitsgruppe aus Befürwortern und Gegnern an.

Der in Hinsbeck aufgewachsene Bildhauer Peter Rübsam schlug den Bau einer Halle im Gewerbegebiet Wevelinghoven vor, was Wagner ablehnte. Grundschulleiterin Gabriele Lanser befürwortete einen Saal, der für die Kinder zu Fuß zu erreichen sei, um Theateraufführungen zu besuchen. Ob Frauengemeinschaft, Karnevalsgesellschaft oder Schützen: Alle betonten, dass sie einen Saal für ihre Veranstaltungen vermissten.

Unruhig wurde es zum Schluss. Um das Stimmungsbild abzufragen, wurden zunächst die Befürworter und danach die Gegner gebeten, durch Handheben ihr Votum abzugeben. Das Ergebnis, so Bürgermeister und Ortsvorsteher, zeige eine deutliche Mehrheit bei den Befürwortern. Als dies kritisiert wurde, sollte eine Abstimmung per „Hammelsprung“ erfolgen, was aber nicht funktionierte: Die Versammlung löste sich auf.