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Uneinigkeit über Schulsystem in Nettetal

Uneinigkeit über Schulsystem in Nettetal

Sekundarschule, größere oder eine zweite Gesamtschule? Die Entscheidung steht aus.

Nettetal. Braucht Nettetal eine Sekundarschule? Diese Frage stellt sich der städtische Ausschuss für Schule, Sport und Stiftungen. Für den 1. Beigeordneten Armin Schönfelder steht fest: „Die Sekundarschule wäre das Ende des gegliederten Schulsystems in Nettetal.“

„Wir schließen die Hauptschule in Lobberich und machen aus der Hauptschule und der Realschule in Kaldenkirchen eine Sekundarschule“, erläutere Christian Schürmann die SPD-Idee. Man wolle die Sekundarschule und fürchte, dass man wieder ein Jahr mit den Planungen verliere. Daher solle ein Arbeitskreis eingerichtet werden. Die CDU will noch beraten. „Das ist kompliziert. Das können wir nicht von jetzt auf gleich machen“, so Jürgen Boyxen (CDU).

Dass etwas passieren muss, zeigen die Zahlen für das kommende Schuljahr. Erstmals haben die Schulen zusammen weniger als 400 Anmeldungen von Nettetaler Schülern. Genau sind es 393. „Das schlägt in allen Schulformen durch. Bis aufs Werner-Jaeger-Gymnasium“, so Schönfelder. Am WJG gibt es bisher 99 Anmeldungen von Nettetalern (2011: 92), insgesamt sind es 110 Aufnahmen.

Dramatisch ist die Zahl an der Lobbericher Hauptschule. Dort gab es im ersten Gang vier Anmeldungen. Mittlerweile kommt die Hauptschule auf 20 Aufnahmen und startet einzügig — zu wenig, um dauerhaft zu bestehen. Auch die Realschule in Kaldenkirchen hat einen Einbruch zu verzeichnen: 60 Nettetaler haben sich bisher angemeldet.2011 waren es noch 90.

Die Stadt verzeichnet vermehrt Abgänge zur Verbundschule in Grefrath und zur Realschule in Süchteln. Das muss nicht das Ende sein: Anmeldungen für die weiterführenden Schulen sind noch bis zum 16. März möglich.

Die Gesamtschule in Breyell kann dagegen von den 223 angemeldeten nur 113 Schüler aufnehmen. „Ein Trauerspiel“ sei es, sagte Guido Gahlings (Grüne), dass Nettetal keine Schullandschaft biete, die dem Elternwillen entspreche.

Schönfelder kritisierte die hohe Quote der Ablehnungen von Kindern mit Hauptschul-Empfehlung an der Gesamtschule. Sie liege bei rund 80 Prozent. Würden mehr Haupt- statt Realschüler angenommen, würde das die Realschule stärken, so Schönfelder. Gesamtschulleiter Roland Schiefelbein ließ diese Kritik nicht auf sich sitzen. Leistungsstarke und -schwache Schüler würden sich die Waage halten.

Die Frage sei nun, so Schönfelder, ob eine Sekundarschule, die Erweiterung der Gesamtschule oder eine zweite Gesamtschule sinnvoll ist. Eine Entscheidung wollen die Fraktionen in der Sitzung am 14. Juni fällen. ulli