Hinsbeck: Trecker tuckern nach Kevelaer

Hinsbeck : Trecker tuckern nach Kevelaer

Die engagierten Schlepperfreunde Hinsbeck planen am Tag der Deutschen Einheit wieder eine gemeinsame Tour mit ihren Oldtimern.

Zu ihrer siebten Wallfahrt nach Kevelaer werden sich am 3. Oktober die Schlepperfreunde-Hinsbeck aufmachen. Die Schlepperfreunde sind nicht in einem Verein organisiert, aber sie sind eine Gruppe Gleichgesinnter, die besser als so mancher Verein zusammenhält. Diese Wallfahrt über 33 Kilometer mit dem eigenen Traktor wird von den Schlepperfreunden selbst organisiert. Für sie ist es ein ganz besonderes Erlebnis, wenn sie mit rund 40 Traktoren in Kevelaer bis zur Gnadenkapelle vorfahren „Wir sind stolz darauf, dass wir wie andere Pilger in der Messe offiziell begrüßt werden“, so Präsident Johannes Thodam.

Freude an Schleppern und Treckern liegt Jungen wohl im Blut

Wie kommt man zu einem solchen Hobby? Die Freude an Schleppern und Treckern liegt Jungen wohl im Blut. Dies kann man Thodams Worten entnehmen, der schon früh Spaß an Traktoren hatte. „Schon als ich in den 1950/60iger-Jahren beim Rübenvereinzeln oder Kartoffel auflesen war, faszinierten mich die Traktoren“, erzählte Thodam. „Auf dem Feld durften wir als 14-jährige Schüler den Traktor selbst fahren. Eine tolle Zeit mit schönen Erinnerungen.“

So erging es auch vielen anderen bei den heutigen Schlepperfreunden. Doch meist kamen erst im reiferen Alter die Erinnerungen der Jugend zurück, ihr Traum wurden Oldtimer-Traktoren. Bei Thodam fing es mit dem geschenkten Geld anlässlich seines 50. Geburtstages an. Kurzentschlossen fuhr er zur Mosel, wo er im Schrott einen „Eicher EKL 15/II“ Baujahr 1956, 1-Zylinder-Langhuber mit 16 PS, fand. Die Restaurierung des „Schrotthaufens“ mit „Schrauber-, Schleif- und Lackierarbeit“, ausgeführt mit einigen Freunden, dauerte dann doch ein Jahr. Welche Freude, als am Ende der Traktor schon beim ersten Versuch ansprang. Doch alleine zu fahren, störte nicht nur ihn, sondern auch viele andere Oldtimer-Traktorfahrer. Im Frühjahr 2003 trafen sich auf Einladung von Hans Blömen und Thomas Kall einige Gleichgesinnte in der Bayernstube in Hinsbeck-Glabbach. Hier kam es zur Gründung der „Schlepperfreunde-Hinsbeck“, erster Präsident wurde Stefan Schlösser. 2009 übergab er dieses Amt an seinen bisherigen Stellvertreter Johannes Thodam, der seitdem mit Gerd Lemkens, Günter Kersten und Johannes Thönes den Vorstand bildet. Da einige Mitglieder mehrere Traktoren haben, verfügt die Gruppe über 60 Traktoren unterschiedlicher Marken, Typen und Baujahre. Insgesamt handelt es sich um eine große und sehr interessante Palette.

Ein umfangreiches Programm stellt die Gruppe regelmäßig auf die Beine. Jeden Mittwoch steht eine Treckertour an, hinzu kommen Sommerfest, Halloween-Tour mit anschließendem Kameradschaftsessen, Adventsfeier, Wintergrillen, um nur einige Aktivitäten zu nennen. Höhepunkte sind die längeren Fahrten wie in diesem Jahr die Kevelaer-Wallfahrt, im kommenden Jahr zum siebten Mal zum großen Oldtimertreffen mit Übernachtungen nach Kröv an der Mosel oder Tagestouren, etwa nach Kesse oder Arcen.

Interessierte, die sich für den Erhalt alter Traktoren und Landmaschinen engagieren wollen, sind zu den Stammtisch-Terminen eingeladen. Die Schlepperfreunde Hinsbeck sind eine liebenswerte Vereinigung für alle Technikinteressierte, die unterschiedliche Generationen zusammenführt und verbindet. Übrigens wird untereinander auch noch richtig „Platt“ gesprochen.

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