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Textilmuseum „Die Scheune“: Buntes aus Seife und Wolle

Textilmuseum „Die Scheune“: Buntes aus Seife und Wolle

Beim Filzen stellen Kinder ihre Kreativität unter Beweis.

Hombergen. Im Textilmuseum „Die Scheune“ riecht es intensiv nach Seife. Wolken aus bunter Wolle liegen auf dem Tisch oder schweben im Luftzug durch den Raum, und mittendrin sind zwölf Grundschüler eifrig dabei, aus kleinen Wollfetzen Bilder zu legen. Das Museum hat zum Filz-Nachmittag geladen, und mit tatkräftiger Unterstützung von Müttern sowie den „Scheune“-Mitarbeiterinnen stellt jedes Kind sein eigenes Filz-Objekt her.

„Meins wird ein Sitzkissen“, kündigt Samira (7) an, die an einem orangenen Schmetterling auf lila Grund arbeitet. Bei den Jungen sind Motive wie Hubschrauber und Feuerwehr-Autos beliebt, die erst auf Papier vorgezeichnet und dann mit bunten Wollstückchen auf dem unifarbenen Basis-Stück nachgelegt werden.

Dann wird eine ordentliche Menge Seifenwasser darübergesprüht und es folgt der heikle Part des Filzens: Zwischen zwei Lagen Luftpolsterfolie wird das feuchte Kunstwerk gewalkt und geklopft, bis sich die Wollschichten fest ineinander verfilzen.

„Man kann meine Sieben gar nicht mehr sehen“, ruft Anna, die ihr Lebensalter verewigen will, bestürzt. Birgit Lienen, organisatorische Leiterin der „Scheune“ und an diesem Tag Chef-Filzerin, kann beruhigen: „Wenn es trocken ist, sieht man die verschiedenen Farben wieder besser.“

Auch an den anderen Tischen steht sie mit Rat und Tat zur Seite und vermittelt das kleine Einmaleins des Filzens: „Immer mit trockenen Händen arbeiten“, lautet eine Grundregel. „Und man muss darauf achten, dass das Objekt beim Trocknen noch schrumpft“, ergänzt sie.

Im nassen Zustand lassen sich die Filzstücke wie Pizza-Teig vorsichtig auf den Fingerspitzen transportieren — zum Waschbecken, denn zunächst muss die Seife ausgespült werden.

Der Höhepunkt der Filz-Aktion folgt dann im Anschluss: Fest in ein Handtuch gewickelt, wird das frisch Gefilzte kräftig ausgewrungen und immer wieder feste auf den Tisch geschlagen.

„Das macht am meisten Spaß“, freut sich der vierjährige Eric, der nach knapp drei Stunden ein fertig gefilztes, buntes Wollstück mit nach Hause nehmen kann. sobe