Symposium: Kunst über Sprachengrenzen hinweg

Symposium: Kunst über Sprachengrenzen hinweg

Der „Tag der offenen Tür“ im Atelier „Busch 8“ lockte viele Besucher an.

Leuth. Englisch, Deutsch und Niederländisch: Wenn tschechische Künstler sich mit holländischen Besuchern im deutschen Leuth-Busch unterhielten, klang das mitunter nach lustigem Kauderwelsch. Doch sie verstanden sich allemal am „Tag der offenen Tür“ beim internationalen Künstlersymposium im Atelier „Busch 8“: „Well, it’s erg mooi!“, („Nun es ist sehr schön“) lobte eine Besucherin aus Venlo die fototechnischen Grafiken des tschechischen Künstlers Vladimir Kovarik.

„Achtung, Sie hören nun eine Blaumeise, drei, zwei, eins . . .“ Die Klang-Installationen aus den Lautsprechern von Dirk Windbergs im Atelier-Garten ließen immer wieder Gäste zusammenzucken. Dabei stießen sie draußen unentwegt auf Überraschungen. Eine Frau befühlte die bunte Himmelsleiter von Brigitte Reichl, doch sie war nicht zum Besteigen gedacht, weil aus leichten Plastiktüten.

Andere sahen Corine Boegel zu, die Stoff-Lamellen ausrichtete, die in Zeltform vom Baum hingen. „Ich schaffe gern Räume, sich darin zurückziehen, ohne sich auszuschließen“, erklärte die Künstlerin. Ihr ähnliches Werk im Atelier probierten manche Besucher aus, hüllten sich ein, lugten raus, lachten, ließen sich fotografieren.

Menschentrauben im Hof um einen kleinen Monitor: Zu sehen war die Dokumentation der Tanz-Performance vom Vorabend zu Ehren des verstorbenen „Deep Purple“-Musikers Jon Lord. Die Künstler zertanzten die Boden-Installation von Klaus Schmitz-Becker. Von der Entsorgung zeugten noch Schubkarre, Schaufel und Besen.

Ungebetene tierische Gäste im Atelier: „Die Fliegen werden wohl vom Geruch meiner Seidenkokon-Installation angezogen“, meinte Barbara Schmitz-Becker. Die Gastgeberin freute sich „über den großen Andrang und die vielen guten Gespräche zwischen Künstlern und Besuchern“. Egal, in welcher Sprache sie sich verständigten. jbh

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