Südlich der Buschstraße in Nettetal-Kaldenkirchen werden für den Neubau der Baugesellschaft die ersten Bäume entfernt

Kaldenkirchen : Rodungsarbeiten für Baugesellschaft-Projekt beginnen

Für das mehr als vier Millionen Euro teure Neubauprojekt südlich der Buschstraße sollen erste Bäume gefällt werden.

In diesen Tagen fallen auf dem Grundstück hinter dem Restaurant Rustika an der Buschstraße in Kaldenkirchen die ersten Bäume. Mitarbeiter eines Forstfachbetriebs räumen ab Dienstag, 15., oder Mittwoch, 16. Januar, das Gelände frei. Läuft alles nach Plan, beginnen dort Ende Februar/Anfang März die Bauarbeiten für die neue Geschäftsstelle der Baugesellschaft Nettetal sowie 14 Mietwohnungen.

Auf der Gemeinbedarfsfläche zwischen Akazienweg und Arnold-Janssen-Straße sollte 2003 eine Turnhalle entstehen. Damals regte sich Widerstand, gebaut wurde die Halle hinter der Hauptschule auf der anderen Seite der Buschstraße. Das sei die bessere Option gewesen, erklärte Markus Grühn, Leiter der Stadtplanung, bei einer Bürgerveranstaltung im Juni. Weitere Überlegungen für eine Bebauung verliefen ergebnislos. Grund war auch die Lärmbelästigung durch das Restaurant.

Nun will die Baugesellschaft auf dem rund 3000 Quadratmeter großen Grundstück, das sie im Dezember 2016 als Vorratsgrundstück für knapp 160 000 Euro von den Stadtwerken gekauft hatte, ihre neue Geschäftsstelle errichten. Die alten Räume an der Synagogenstraße sind nicht barrierefrei und können nicht umgebaut werden. Die Baugesellschaft vergrößert sich durch den Umzug von 300 auf gut 500 Quadratmeter. Die 14 Wohnungen, die im hinteren Teil des V-förmigen Gebäudekomplexes entstehen, sind zwischen 50 und 82 Quadratmeter groß. Sie liegen bei rund acht Euro pro Quadratmeter Kaltmiete.

Bepflanzte Dächer und 18 Bäume und Sträucher als Ausgleich

Die Rodungsarbeiten sollen maximal zehn Tage dauern. Als Ausgleich hat die Baugesellschaft bepflanzte Dächer geplant und angekündigt, 18 Bäume, Sträucher und Hecken auf dem gesamten Grundstück zu pflanzen. Zusätzlich sollen fünf Bäume alter Obstsorten (Kirsche und Apfel) im Garten des bislang neuesten Bauprojekts der Gesellschaft an der Steyler Straße gepflanzt werde, berichtet Sven Karth, kaufmännischer Vorstand bei der Baugesellschaft. „Das ist mehr als nach dem Bebauungsplan erforderlich ist.“

Wenn die Mitarbeiter des Forstfachbetriebs fertig sind, stehen weitere Erdarbeiten als Vorbereitung für den Rohbau an. Dass nun schon Ende Februar die Tiefbau-Arbeiten starten könnten, sei laut Karth „ein bisschen früher als gedacht“. Grund dafür sei die bislang gute Witterung ohne Schnee oder Bodenfrost und „für die Firmen passte es einfach“, sagt Karth. Dann sollen zunächst die Kellerräume angelegt werden. Für die Baugesellschaft sei es ein anspruchsvolles Projekt, sagt Karth, der die Gesellschaft Ende April verlässt. Sie habe dabei energetisch und ökologisch ein Signal setzen wollen: Neben den geplanten Gründächern soll das Gebäude mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe beheizt werden, vor dem Gebäude ist eine Ladestelle für Elektro-Fahrzeuge angedacht.

Geplant ist, dass die sieben Mitarbeiter der Filiale Ende 2020 umziehen. Karth selbst wird die Baugesellschaft dann schon lange verlassen haben. Sein Nachfolger Volker Ruiters beginnt am 1. März; rund zwei Monate lang arbeiten sie zusammen. Susanne Fritzsche, die bis Ende Dezember Technische Beigeordnete war und nun in gleicher Funktion in Viersen tätig ist, begleitet das Projekt in den kommenden sechs Monaten noch als Beraterin auf Minijob-Basis.

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