Stadtteile: Blumige Aussichten hier, Leerstände dort

Stadtteile: Blumige Aussichten hier, Leerstände dort

Sorgen wegen hoher Leerstände: In Nettetals kleinen Stadtteilen besteht Handlungsbedarf.

Nettetal. Statt nüchterner Zahlen ein blumiges Lob: Einen „kleinen schnuckeligen Geschäftsbereich“ nannte Rainer Schmitt-Illguth aus Köln die Innenstadt von Kaldenkirchen. Der Gutachter stellte im Ausschuss für Stadtplanung erste Ergebnisse seiner Analyse der Kaufkraft und Nahversorgung in den Nettetaler Stadtteilen vor. Und dabei gab er auch düstere Prognosen von sich.

„Ohne Frage Handlungsbedarf“ sah der Gutachter der Kölner BBE-Handelsberatung für die kleinen Stadtteile. Die „hohen Leerstände“ in den Zentren machten ihm Sorgen: „Breyell droht die Funktion der Versorgung im Nahbereich zu verlieren“, mahnte Schmidt-Illguth. Ähnlich fiel seine Analyse für Schaag und Hinsbeck aus. Dabei gebe es allerdings Hoffnung.

Wenn es gelinge, die Verbrauchermärkte in diesen Zentren zu erhalten, sei gewährleistet, dass die meisten Einwohner dort zu Fuß ihre Lebensmittel einkaufen könnten. Edeka in Hinsbeck und Kaiser’s in Schaag seien etwa unverzichtbare Geschäfte. Leuth falle aus dem Rahmen, weil es dort keinen Supermarkt gibt.

Besser sieht es in Kaldenkirchen und Lobberich aus: Gute Nahversorgung, sogar Zuwächse. Vor allem Lobberich stehe mit der neuen Ludbach-Passage besonders gut da.

Die Gesamtstadt kann sich rein statistisch sehen lassen: Für eine Flächenstadt liege sie in Sachen Umsatz und Kaufkraft „leicht überm Bundesdurchschnitt“. Dass das „Gesamtkaufkraftpotenzial“ auf 227,1 Millionen Euro angewachsen ist, nützt freilich den Einwohnern der kleineren Stadtteile wenig, wenn sie für Lebensmittel weiter fahren müssen. So wollen die Fraktionen über die ersten Ergebnisse des Gutachtens beraten und mit Verwaltung und Werberingen ein Einzelhandelskonzept erstellen.

Tipps dafür gab Schmidt-Illgut schon vorab. So müsse in Lobberich endlich die Ludbach-Passage richtig an die Fußgängerzone angebunden werden. Und das „schnuckelige“ Kaldenkirchen müsse weiter für die vielen niederländischen Kunden attraktiv bleiben.