Stadtrat entscheidet über neue Gebührensätze auf Friedhöfen

Nettetal : Beisetzungen auf Nettetaler Friedhöfen werden teurer

Der Stadtrat muss den neuen Gebührensätzen am Dienstag noch zustimmen.

Die Gebühren für die Nutzung eines Nettetaler Friedhofs bei einem Sterbefall sollen im kommenden Jahr im Durchschnitt um 3,27 Prozent steigen. Allerdings gibt es Unterschiede: Die Gebühr für die Bestattung in einem Reihengrab klettert um 133 Euro auf 2173 Euro (plus 6,52 Prozent), die Gebühr für eine Bestattung einer Urne in einer Urnenstele sinkt um 13 Euro auf 3362 Euro (minus 0,26 Prozent). Nach der Präsentation der neuen Gebührensätze im Betriebsausschuss des Nette-Betriebes muss der Stadtrat in seiner Sitzung am Dienstag, 18. Dezember, 18 Uhr, noch zustimmen.

Grund für die Erhöhung sind gestiegene Personalkosten

Bei der Kalkulation der Gebühren für 2019 orientierte sich der Nette-Betrieb an den Ist-Kosten des Jahres 2017. Hinzu kommen knapp 41 000 Euro, die bei der Gebührendeckung 2016 fehlten. Insgesamt wurden demnach 1,01 Millionen Euro an Kosten für 2019 errechnet, die auf die durchschnittliche Summe der Beisetzungen aus den vergangenen drei Jahren umgelegt werden müssen.

Dabei hat sich herausgestellt, dass die auf 25 Jahre berechneten Nutzungsgebühren für ein Grab oder eine Urne um durchschnittlich 5,3 Prozent sinken können. Dagegen steigen die Bestattungsgebühren um knapp 18 Prozent an. Kostentreiber ist dabei der Personaleinsatz. So steigen Bestattungen in Reihengräbern um 112 Euro auf 663 Euro (plus 20,3 Prozent), in Wahlgräbern (tief) um 201 Euro auf 1189 Euro (plus 20,3 Prozent). Bei ihren Gebührenbeispielen für sechs unterschiedliche Bestattungsarten zwischen 2173 Euro und 4490 Euro hat die Stadt Nettetal auch immer die Inanspruchnahme eine Friedhofskapelle mit 224 Euro eingerechnet, 89 Euro (oder 66 Prozent) mehr als 2018. Die Kosten für die Unterhaltung dieser Kapellen auf fünf Friedhöfen (die in Schaag wird privat betrieben) machen der Politik große Sorgen, weil sie exorbitant steigen. Auf der anderen Seite werden sie weniger genutzt, da die Bestatter inzwischen auch Räumlichkeiten für Trauerfeiern anbieten. So sank zwischen 2015 und 2017 die Nutzung der Kapellen von 292 auf 245 – und das bei zuletzt 339 Bestattungen (2017).

Auch die Nutzung der Aufbahrungsräume an den Friedhofskapellen wird immer teurer. Die Gebühr soll nun um knapp elf Prozent auf 387 Euro pro Tag steigen; dabei wird eine Mindestnutzung von 60 Tagen unterstellt, die aber nicht mehr gegeben ist. Sonst wäre die Gebühr noch höher. Auch hier haben die privaten Bestatter der Stadt den Rang abgelaufen. Deshalb denken die Stadtpolitiker auch über die Schließung der einen oder anderen Kapelle nach.

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