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Realschüler sind in der Schreibwerkstatt kreativ

Realschüler sind in der Schreibwerkstatt kreativ

In der Schreibwerkstatt der Kaldenkirchener Realschüler gibt es talentierte Kreative.

Kaldenkirchen. Seit 2007 gibt es an der Realschule Kaldenkirchen eine Schreibwerkstatt. Das kreative Angebot ist Bestandteil des Wahlpflichtbereichs für die zehnten Klassen, momentan nehmen 20 Schüler daran teil. Nach dem großen Erfolg beim Crimetime-Literaturwettbewerb für Jugendliche ist die Motivation so hoch wie nie zuvor. Die Nachwuchstalente überwinden nicht nur Schreibhemmungen, sondern werden kreativer und mutiger.

Geleitet wird die Schreibwerkstatt seit diesem Schuljahr von Deutsch- und Niederländisch-Lehrerin Elke Teneyken-Wintzen. „Mein erster Auftrag war, über das Schreiben zu schreiben“, erinnert sich Teneyken-Wintzen. Pro Doppelstunde gibt es einen Auftrag — beispielsweise „Die allerbeste Entschuldigung“, eine Geschichte zu einem Magritte-Bild oder frei nach Kafka die Beschreibung einer „Verwandlung“.

Jetzt geht es um das „Post-it Deines Lebens“. Die Schüler bekommen einen kleinen Zettel, auf dem sie eine Botschaft schreiben sollen. Ist das getan, folgt die Geschichte zum Satz. Während der Kreativphase herrscht Stille, nur das Kratzen der Stifte ist zu hören. Einige Schüler schauen aus dem Fenster, suchen die Idee in der Ferne; andere sind aufs Papier konzentriert und formulieren bereits.

So unterschiedlich die Methoden, so einzigartig die Ergebnisse. Mira Lühr beispielsweise titelt „Ich Dich auch“, was sie aus der Realität greift: „Mein Freund wird demnächst für sechs Monate nach Hamburg zur Ausbildung ziehen. Diesen Zettel würde ich ihm in den Koffer legen.“

Helena Koll (15), eine der Preisträgerinnen beim Literatur-Wettbewerb, lebt ihre Fantasie beim Schreiben aus. „Nimm das Leben nicht zu ernst. Du kommst eh’ nicht lebend heraus“, schreibt sie. Ihre Erklärung: „So etwas schreibt man nicht jeden Tag. Eine Botschaft kurz und knackig zu halten, ist nicht so einfach.“

Tobias Roglic (15), Träger des Publikum- und Jurypreises, hat „Bin Zigaretten holen. Wir sehen uns“ zu Papier gebracht. „Die Einfälle kommen einfach“, sagt das Schreibtalent, das Freude an der Gruppe und am kreativen Schreiben hat.

Noten gibt es für die Teilnahme an der Schreibwerkstatt nicht. Teneyken-Wintzen sagt dazu: „Die Werkstatt hat AG-Charakter und wird auf dem Zeugnis formlos vermerkt. Die Erfolge beim Wettbewerb gehören natürlich ebenfalls dorthin.“