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Pile Fabrics: Die Textilherstellung kehrt zurück

Pile Fabrics: Die Textilherstellung kehrt zurück

Das Viersener Unternehmen will in das ehemalige Gebäude der Hansa Metallwerke AG in Lobberich ziehen.

Lobberich. Einen obligatorischen Schlüssel übergab Rainer Boetzkes von der Hansa Metallwerke AG an Herbert Fenkes, dem Geschäftsführer pile fabrics Viersen — und damit hat das lange Zeit leer stehende Gebäude an der Robert-Kahrmann-Straße einen neuen Besitzer. „Endlich“, freute sich Boetzkes, der 2007 stellvertretend für die Hansa AG eine Folgelösung für das Gebäude zugesichert hatte.

In Zukunft werden dort technische Textilien wie Reinigungstextilien, Kläranlagenfilter und Flugzeughebekissen hergestellt. „Wenn beispielsweise ein A 380 in Deutschland neben der Landebahn im Gras landet, dann wird er mit unseren Hebekissen geborgen“, sagt Fenkes. Er freut sich , in Lobberich eine passende Immobilie gefunden zu haben.

Der Kontakt zur Stadt Nettetal und der Hansa AG sei über Ratsmitglied Harald Post zustande gekommen. Der sah die Möglichkeit, dass der Textilhersteller sich in Lobberich weiterentwickeln könnte. Bürgermeister Christian Wagner betonte, dass mit pile fabrics auch eine langjährige Tradition, nämlich ein textilherstellendes Unternehmen, wieder in die Seenstadt kommt.

Auf 14 000 Quadratmetern fertigt der Betrieb künftig Malerwalzenbezüge, Textilien für Filter Waschstraßen, Maschinenindustrie und Reinigung sowie Zweiwandgewebe. In der Geschäftsführung unterstützt wird Fenkes von Hubert Wiesner.

Er kommt von der Firma Jemako, die seit 27 Jahren für innovative Reinigungssysteme steht. Die beiden Betriebe schlossen sich 2004 zusammen — pile fabrics fertigte 30 Prozent seiner Produkte für Jemako und hatte sich damals für den Standort Viersen entschieden.

Pile fabrics begann mit fünf Mitarbeitern. Inzwischen sind es 60. „Doch wir wollen expandieren, da bot sich Lobberich an“, so Fenkes, der jetzt die gesamte Produktion von Viersen nach Lobberich verlagert.

Ein Jahr wird der Umzug dauern, bis die Logistik und die Maschinen in Nettetal ankommen. An 40 Geräte — es wurden bereits neue bestellt — produzieren dann 50 Mitarbeiter Textilien und führen damit eine lange Nettetaler Tradition weiter.