Papiercontainer kommen weg

Zum Jahresende werden die Sammelbehälter ersatzlos entfernt. Grund ist die Verunreinigung und Vandalismus.

Nettetal. Sie stehen auf Parkplätzen und an Straßenrändern, davor und dahinter stapeln sich Abfälle, locken Ungeziefer an: Papier-Sammelcontainer. Damit ist bald Schluss. Denn die Schandflecken werden aus dem Stadtgebiet verschwinden: Die Container sind zum 1. Januar 2015 „ersatzlos zu entfernen“. Das beschloss der Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsförderungsausschuss am Donnerstagabend im Rathaus. Zum Ausgleich werden voraussichtlich die Blauen Tonnen für Papierabfälle in kürzeren Abständen geleert.

„Eine kleine Minderheit hält sich nicht an den ordnungsmäßigen Umgang mit Containern“, klagte Hans-Willy Troost (FDP). Und genau diese wenigen bringen das System zum Scheitern: „Sperrmüll und Kartons werden einfach dort abgelegt.“ Weil aber in der Stadt das Prinzip von Sauberkeit und Ordnung gelte, hatte die FDP-Fraktion die Abschaffung der Container beantragt.

So muss künftig in Nettetal die Mehrheit der Bürger das Fehlverhalten einiger ausbaden. „Es entsteht eine gefühlte Entsorgungslücke“, mahnte Guido Gahlings (Grüne). Und meinte damit: Möglicherweise reicht für einige Bürger bei erhöhtem Aufkommen von Papierabfällen der Platz in der Blauen Tonne nicht aus.

Weiteres Problem laut Günter Werner (CDU): „Einige Bürger haben keine Blaue Tonne.“ Für sie falle der Container als Alternative weg. Vor einer Verlagerung des Problems warnte deshalb Renate Dyck (SPD): „Wir haben die große Sorge, dass Kartonagen künftig die Landschaft verzieren.“

Bei allen Bedenken waren sich die Mitglieder des Ausschusses zwardurch die Bank einig darin, dass die Container abgeschafft werden müssen. Aber in Sachen Alternativen und Konsequenzen gingen die Meinungen auseinander. Zunächst mal die Entwicklung abwarten wollten die einen, von vornherein eine häufigere Leerung der Blauen Tonnen jedoch die Mehrheit im Ausschuss. Was wohl auch höhere Entsorgungsgebühren bedeutet. Womöglich verschwinden einige Container schon vor dem Jahreswechsel von ihren Standorten. Hans-Willy Troost erinnerte an die Auswüchse des Vandalismus: „Anwohner beschweren sich über die Belästigung, wenn wieder ein Container angezündet wird.“ Nach einem Brand sollten diese deshalb entfernt und „nicht mehr ersetzt werden“.