Niedieck-Gelände: Abriss der Fabrik

Niedieck-Gelände: Abriss der Fabrik

Auf dem Niedieck-Gelände hat der Abriss begonnen. Bis Frühjahr 2014 soll die frühere Textilfabrik endgültig Geschichte sein und Platz für einen Wohnpark machen.

Lobberich. Der Anfang vom Ende: „Bis Mittwoch dürfte die Brücke abgerissen sein“, kündigte Merlijn Güppertz von der Firma Laarakkers aus Rheinberg an. Diese Brücke am Ende der unteren Färberstraße war die überbaute Verbindung zwischen dem Hauptgebäude und der Lagerhalle der ehemaligen Fabrik Niedieck in Lobberich. Bald wird bis auf die Halle nichts mehr stehen vom einstigen Textil-Giganten, wie Vertreter der Stadt und von Laarakkers gestern auf dem Gelände erklärten.

Eins ums andere Mal fraß sich die Baggerkralle in die Fassade, riss mit Krach und Getöse Teile heraus, schwenkte um und legte sie auf dem Boden ab. So wuchsen die Berge von Schutt und Schrott weiter, die schon entlang der Baustellenstraße lagerten. Ein Industriedenkmal wankt — und macht Platz für ein neues Projekt: Hier soll ein Wohnpark entstehen, verteilt auf mehrere Gebäude, dazwischen Grünflächen und Parkplatz.

Bereits 2005 gab es erste Pläne, auf dem Fabrikgelände ein Mischgebiet von Wohnen und Gewerbe errichten zu lassen. Für das Wohnprojekt entlang der Niedieckstraße gab es vergangenes Jahr grünes Licht von der Politik. „Für das Gewerbegebiet auf der anderen Seite der Färberstraße sind zumindest schon Gespräche geführt worden“, erläuterte Markus Grühn vom Planungsamt.

Dessen ungeachtet geht der Abriss weiter. „Bei den ersten Baggerarbeiten sind zwei Mann im Einsatz, danach täglich so sechs bis sieben Kräfte“, sagte Geschäftsführer Wiljan Laarakkers. Seine Firma will bis Jahresende den Gebäudekomplex niederreißen — oberirdisch zumindest. „Dann erst kann im Keller und darunter nach Altlasten gesucht werden“, meinte sein Kollege Güppertz.

Bislang sei man von „Überraschungen verschont“ geblieben, lediglich die üblichen Asbest-schichten seien 2012 festgestellt worden. Bis März, spätestens April 2014 soll von Niedieck nichts mehr übrig bleiben — Platz also für den Wohnpark. Weshalb die Technische Beigeordnete Susanne Fritzsche sagt: „Das ist ja das Gute daran, das ist nicht nur ein Abbruch hier, sondern ein Aufbruch.“

Was Fritzsche als Symbol auslegte, demonstrierte der Bagger in der Praxis: Er sortierte die Abrissteile nach Schutt und Metall. Güpptertz: „90 Prozent der Materialien können wieder verwertet oder weiterverwendet werden.“

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