Ausflugstipp in Nettetal Ausstellung rund um den Steinkauz

Nettetal · Der Steinkauz ist besonders am Niederrhein so häufig vertreten, wie sonst in fast keiner deutschen Region. Deshalb ist der kleinsten Eule jetzt eine neue Ausstellung im Infozentrum der Biologischen Station Krickenbecker Seen gewidmet worden. Was sie bietet.

 Ansgar Reichmann und Cordula von der Bank von der Biologischen Station Krickenbeck mit einem präparierten Steinkauz.

Ansgar Reichmann und Cordula von der Bank von der Biologischen Station Krickenbeck mit einem präparierten Steinkauz.

Foto: Ja/Knappe, Joerg (jkn)

Wenn man in mondhellen und windstillen Nächten ein „kwiau“ oder „kju“ hört, kann man sich ziemlich sicher sein, dass es ein Steinkauz ist. Vogelexperten erkennen ihn sofort. Der Steinkauz ist am Niederrhein so häufig vertreten, wie sonst in fast keiner deutschen Region. Der kleinsten Eule ist jetzt eine Ausstellung im Infozentrum der Biologischen Station Krickenbecker Seen gewidmet. Die Ausstellung „Der Steinkauz - die kleinste Eule“, die am Mittwoch eröffnet wurde, zeigt mit Texten und Bildern, wie man helfen kann, die Heimat des Steinkauzes am Niederrhein zu bewahren.

Der Steinkauz ist von gedrungener Gestalt, 21 bis 23 Zentimeter groß, mit geflecktem Gefieder und hell umrundeten Augen. Er ist häufig auf Gartenhäuschen oder Obstbäumen zu sehen, wo er auf Beute wartet. Das sind Käfer und Mäuse, die er mit seinem hervorragenden Gehör wahrnimmt und zielsicher anfliegt. Aber der Steinkauz kann auch anders, so Biologe Ansgar Reichmann, Leiter der Biologischen Station: „Er ist auch schnell auf den Beinen. So kann er Käfer und Wühlmäuse am Boden verfolgen und schnappen.“

Ebenfalls zu sehen: Präparierte Steinkäuze. Aber auch ihre Fressfeinde wie Waldkauz, Uhu, Marder. Die Marder sind das größte Problem für den Steinkauz und seine Jungen. „Der Steinkauz hat sein Nest in Baumhöhlen, aber da kommt der Marder auch hin“, weiß Cordula von der Bank vom Infozentrum.

Auf ansprechenden Leinwänden und Schautafeln werden unter anderem Fortpflanzung, Nahrungsbeschaffung und auch die Bedeutung in der Mythologie eindrucksvoll dargestellt. So ist der Steinkauz, wie auf einer Tafel zu lesen, auf der Rückseite der griechischen Euro-Münze abgebildet.

Die Grundkonzeption der Ausstellung stammt von der Naturschutzstation des Kreises Coesfeld, sie wurde jetzt an die Begebenheiten des Niederrheins angepasst. „Wir wollen den Steinkauz in den Fokus packen“, so Reichmann. Momentan gebe es 167 Brutpaare im Kreis Viersen: „Aber es waren schon mal wesentlich mehr“, mahnt er. „Jeder kann sich im Infozentrum Anregungen holen, wie man die Umwelt für den Steinkauz verbessern kann“, meint Cordula von der Bank. So habe der Naturschutzbund NABU rund 200 Brutröhren im Kreis Viersen in Bäume gehängt.

Info Geöffnet ist das Infozentrum der Biologischen Station mittwochs bis sonntags, 11 bis 18 Uhr. Die Ausstellung läuft bis zum 29. Oktober. Eintritt kostenfrei.

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