Barbecue-Weltmeisterschaften in Costa Rica Grill-Team aus Nettetaler wird Vize-Weltmeister

Nettetal · Kulinarisches Abenteuer in Costa Rica: Die beiden Nettetaler Grillprofis Erik Radmacher und Stephan Schmülling flogen einmal um die halbe Welt, um in Mittelamerika bei der Grill-Weltmeisterschaft zu starten. Was sie dort erlebten.

 Das Nettetaler Grill-Team „Wild West Barbecue“, Stephan Schmülling und Erik Radmacher (v.l.), ging bei den Weltmeisterschaften im Grillen, die in Costa Rica ausgetragen wurden, an den Start.

Das Nettetaler Grill-Team „Wild West Barbecue“, Stephan Schmülling und Erik Radmacher (v.l.), ging bei den Weltmeisterschaften im Grillen, die in Costa Rica ausgetragen wurden, an den Start.

Foto: Radmacher

Wer ein leidenschaftlicher Hobby-Griller ist, der nimmt für seine Leidenschaft schon so manches in Kauf: Grillen im strömenden Regen zum Beispiel, oder Wintergrillen mitten im Schnee. Und dann gibt es da noch so jemanden wie Erik Radmacher. Der grillt nicht nur gerne daheim in Nettetal, sondern steht als Kapitän einem ganzen Team vor. Das heißt „Wild West Barbecue“ und nimmt unter anderem an verschiedenen Grill-Wettbewerben teil: In Krefeld etwa wurde es dieses Jahr NRW-Landesmeister und in Belgien im vergangenen Jahr Weltmeister in der Disziplin Dessert. Dieser Titel wiederum war verbunden für die Qualifikation zur WM in diesem Jahr – in Costa Rica, oder ganz genau: im Club Hípico La Caraña in Santa Ana, City of San José. Und dort holte das Team in Minimalbesetzung jetzt die Silbermedaille in der Disziplin „Vegetarisches vom Grill“.

Allein schon die Tour an sich stellte den seit gut 15 Jahren selbstständigen Caterer vor große Herausforderungen: „Meine Familie mit den zwei Kindern und natürlich auch der Betrieb müssen ja weiterlaufen“, sagt er. Doch das bekam er ebenso geregelt wie sein Teampartner Stephan Schmülling, und so traten die beiden den Trip nach San José an. „Damit waren wir das kleinste Team, das am Start war. Möglich wären bis zum zehn Leute gewesen“, erzählt der Koch und Küchenmeister.

Während die Griller bei hiesigen Wettbewerben ihre komplette Ausrüstung mitnehmen, musste in Mittelamerika erst einmal eingekauft werden. In Begleitung von Daniel Nonnenmann dem Vizepräsidenten der German-Barbecue-Association (GBA) ging es auf den dortigen Markt – ein Erlebnis für sich: „Außen sind die feinen Geschäfte und Cafés, im tiefsten Inneren sollte man dann nur noch frisches Obst kaufen“, schildert der Nettetaler. Immerhin: Lebensmittel mussten nicht eingekauft werden, sondern wurden für alle Teams gestellt. „Sechs Gänge sollten wir an den zwei Wettkampftagen grillen“, sagt Radmacher. Dafür gab’s Wildlachs, Rippchen vom Schwein, Rib Eye, Hähnchen – und ein elf Kilo schweres Spanferkel, zudem noch einen Gemüse-, Obst- und Kräuterwarenkorb, um daraus ein vegetarisches Essen zu Zaubern.

Das Grillen selbst entpuppte sich als regelrechtes Abenteuer. Fisch mit Beilagen, Veggie und Ribs, das waren die Vorgaben für den ersten Tag. Jedes Gericht muss dazu zu einem bestimmten Zeitpunkt im Abstand von zwei Stunden serviert werden, auch wenn die Umstände alles andere als angenehm waren: Der Regen setzte den Teilnehmern derart zu, dass die Organisatoren den völlig überschwemmten Grillplatz mit Europaletten ausstatten mussten, damit die Gerätschaften nicht komplett im Wasser standen. „Gummistiefel waren überall ausverkauft“, sagt Radmacher schmunzelnd. Das Team entschied sich bei dem vegetarischen Gericht für Butternut-Kürbis im Honig-Senf-Lack auf Maracuja-Blumenkohlpüree mit gerösteten Broccolispitzen, Mango-Chili-Chutney, Grillerdbeere und Ananaschips – „das hat perfekt geklappt“, erzählt Erik Radmacher.

Auch am zweiten Tag ging es ein Stück weit chaotisch zu. Rib eye mit Beilage, Hähnchen mit Beilage und „hole pork“ (im Ganzen gegartes Schwein) mit Beilage waren die Aufgaben – aber die Beilagen wurden nicht komplett geliefert.

Zum Abschluss gab es eine
große Party mit Siegerehrung

Die ersten beiden Gänge mussten daraufhin um jeweils eine Stunde nach hinten verlegt werden. „Das hat nicht jedem in die Karten gespielt, auch nicht uns“, schildert Radmacher. „Aber immerhin haben wir alle Gerichte wunschgemäß und rechtzeitig in die Testboxen bekommen.“

Während die Jury dann gemütlich essen durfte, startete für die Grillteams aus Costa Rica, Bolivien, Mexiko, Peru, Panama, Österreich, Belgien, Frankreich, Dänemark, Paraguay, Chile und die drei deutschen Teams eine große Party - mit Siegerehrung. „Da wurde unsere vegetarisches Gericht als zweitbestes ausgerufen. Wahnsinn!“, sagt Radmacher, dessen Team das einzige aus Europa war, das überhaupt in einem der Gänge einen Platz auf dem Podium holte – die „Black Pearl BBQ Crew“ mit Hauptsitz in Kaiserslautern etwa landete in der Gesamtwertung auf Rang 19. Doch die Platzierung sei letztlich gar nicht so wichtig für die beiden Nettetaler gewesen: „Das war ein unvergleichliches Erlebnis, eine tolle Erfahrung“, lautet Erik Radmachers Fazit.

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