Jecke Zwischenbilanz in Nettetal Panik nur, wenn der Prinz die Strumpfhose sucht

Nettetal-Lobberich · Kurz und heftig, aber schön – so erleben Frank II. und Sabine I. ihre Zeit als Prinzenpaar. Gegen die Beanspruchung in diesen Wochen helfen ihnen nicht nur herzliche Empfänge in den Sälen, sondern auch Hühnersuppe.

Das rote Prinzenpaar: Frank Nickus und Sabine Houben hatten im Seerosensaal ein Heimspiel. Sie wohnen nicht weit davon entfernt in Lobberich.

Das rote Prinzenpaar: Frank Nickus und Sabine Houben hatten im Seerosensaal ein Heimspiel. Sie wohnen nicht weit davon entfernt in Lobberich.

Foto: Ja/Knappe, Joerg (jkn)

Ach, was waren das noch schöne Zeiten für Majestäten, in denen Leib- und Kammerdiener des morgens, nachdem der Erhabene sich erhoben hatte, die Kleider reichten. Frank Nickus, amtierender Karnevalsprinz von Nettetal, hat zwar einen Hofstaat, der ihn und Prinzessin Sabine zu Veranstaltungen begleitet. Aber ein Leib-Kammerdiener, der ist nicht dabei. Dass der Prinz daheim ganz kurz in Panik verfiel, weil er seine weiße Strumpfhose nicht auf Anhieb finden konnte, ist also schon mal vorgekommen. Aber: Gravierendere Pannen wissen Frank II. und Sabine I. über ihre Amtszeit bisher nicht zu berichten. Das lässt auf eine glückliche Zeit schließen.

Für die beiden Häupter der Nettetaler Narren jedenfalls waren die vergangenen Wochen wonniglich. Sie sind in die heiße Phase ihrer Regentschaft eingetreten – und die Begeisterung für ihren Job ist noch nicht abgeklungen. „Wenn man etwa in den vollen Seerosensaal mit 450 oder 500 Gästen einzieht, das ist Gänsehaut pur“, beschreibt der Prinz das Hochgefühl solche Augenblicke. Doch nicht nur in ihrem Wohnort Lobberich sei der Empfang bei den Veranstaltungen überwältigend herzlich, findet das Prinzenpaar. „Es sind viele Momente“, sagt Prinzessin Sabine Houben. Etwa beim Besuch einer Damensitzung in Breyell, bei dem das komplette Programm noch von eigenen Kräften auf die Beine gestellt werde. Ein Besuch in einem Kindergarten fällt Houben als weiteres Beispiel ein. „Die Kinder sind so offen und begeistert. Da kommen dann Fragen wie ,Bist Du eine echte Prinzessin?‘, ,Darf ich Dein Kleid mal anfassen?‘ oder ,Wieso musst Du noch arbeiten, wenn Du doch Prinz bist?’“.

Zwei Wochen Urlaub sind in
der Hochphase notwendig

Die Arbeit hat das Paar in den letzten beiden Wochen der Session freilich an den Nagel gehängt. Ließen sich die Verpflichtungen, die sich stark auf Wochenenden konzentrierten, bislang noch mit den Jobs vereinbaren, lässt die Einsatzdichte das nun nicht mehr zu. Nun kommen mehr Termine an Werktagen hinzu, und spätestens ab Altweiber sind ja auch quasi das halbe Narrenvolk aufs Feuern konzentriert und außer Dienst.

Wie man Wochenenden durchsteht, in denen man von Saal zu Saal eilt und stundenlang unter Strom steht und von der Bühne herab Frohsinn verbreiten muss? „Wir haben da ein Ritual“, berichtet Prinz Frank. Nach solchen Einsätzen wird mit den Prinzenführer immer noch gemeinsam den Majestäten daheim etwas gegessen und Manöverkritik gehalten. Dabei kann man dann langsam runterkommen – und an den Wochenenden wird auch immer Hühnersuppe gereicht. Die soll ja angeblich auch kräftigen.

Balsam für strapazierte Stimmbänder sei auch Tee mit Honig, berichtet das Prinzenpaar, und inzwischen schwört es da auch auf den Konsum von Apfelstücken. Kein Wunder also, dass die Frage, ob sich die Majestäten schon mal eine Pause gewünscht habe, geradezu ungläubig aufgenommen wird. „Nein, auf gar keinen Fall“, versichert Houben, „wir haben sowieso schon eine sehr kurze Session erwischt.“

Um die auch inhaltlich gehaltvoll zu meistern, hat sich das Prinzenpaar einen speziellen Dreh ausgedacht. Bei den Sitzungsbesuchen bringen Prinz und Prinzessin jeweils drei Quizfragen passend zum Gastgeber mit und wenn die — gerne auch mithilfe des Publikums — richtig beantwortet werden, wird ein Gewinn fällig. Höchst erstaunlicherweise musste der am Ende der Quizrunde auch bislang jedes Mal überreicht werden. Die KG Alles det met, die 2024 stolze 90 Jahre alt geworden ist, kam so beispielsweise zu einer Geburtstagstorte.

Und sollte es bei den Antworten wirklich mal ein wenig hapern, konnte Leonard Houben auf die Sprünge helfen. Der Sohn des Paares ist wie seine Eltern mit dem Erreger des saisonal auftretenden Karnevalsfiebers infiziert, bei vielen Terminen der Eltern dabei – und hat auch eine eigene Rolle im Nettetaler Karneval: Er ist seit der vergangenen Session der Hoppediz.

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