Nettetal: Kulturausschuss sprach sich für neue Stelle aus

Kultur in Nettetal : Politiker stocken Kulturarbeit auf

Kulturausschuss stimmte für zusätzliche Stelle und mehr Stunden für Museumsleiterin.

Die Stadt Nettetal will weiter in die Kulturarbeit investieren und Überstunden bei Mitarbeitern in diesem Fachbereich nicht weiter anhäufen. Deshalb befasste sich der Ausschuss für Kultur und Städtepartnerschaften mit einer zusätzlichen Stelle für die Nettekultur und einer höheren Stundenzahl für die Leitung des Textilmuseums „Die Scheune“.

Zur Begründung nannte Jürgen Mütinga, Leiter des Fachbereichs Familie, Bildung und Soziales etwa das breit gefächerte Kulturangebot der Stadt: „Trotz der Sanierung der Werner-Jaeger-Halle wird dort ein gutes, wenn auch reduziertes Programm angeboten.“ Dies sei mit dem vorhandenen Personal nicht mehr zu leisten.

Zudem seien durch die Sozialen Medien zusätzliche Anforderungen entstanden, auch dort Präsenz zu zeigen. Dies erfordere eine „adäquate personelle Ausstattung“.

Wie in der vergangenen Spielzeit können Kunden Eintrittskarten über das Ticketportal Reservix kaufen. Das Online-Angebot habe aber, so Müntinga, für die Mitarbeiter der Werner-Jaeger-Halle nicht die gewünschte Arbeitserleichterung gebracht. Viele Theaterbesucher würden die Karten weiter persönlich kaufen, zudem müsse das Ticketportal regelmäßig gepflegt werden. Daher wird im Stellenplan 2019 für das Sachgebiet Nettekultur eine zusätzliche Sachbearbeitungsstelle mit 30 Wochenstunden eingerichtet.

Die Mitglieder des Ausschusses für Kultur und Städtepartnerschaften stimmten dem Beschlussvorschlag mit einer Gegenstimme zu. Auch für das Textilmuseum „Die Scheune“ wird die Stelle der Museumsleiterin von 19,5 auf 30 Wochenstunden, befristet auf zwei Jahre, beantragt.

Großes Thema ist der notwendige Umzug des Depot-Standortes

Müntinga lobte die Arbeit der neuen Leiterin, Susanne Ciernioch, die „ein bemerkenswertes Programm“ aufrechterhalte. Ciernioch (39) ist seit Juli 2018 bei der Stadtverwaltung Nettetal. Sie hat Kunstgeschichte in Freiburg studiert, war unter anderem als Stadtführerin freiberuflich in der Nettekultur tätig, arbeitete auch in einer PR-Agentur. im Rhein- Kreis Neuss. Die Mönchengladbacherin ist Mitarbeiterin der Nettekultur und kümmert sich verantwortlich um das Museum in Hinsbeck. Susanne Ciernioch bringe, so Müntinga, die Fachexpertise zur Entwicklung des Museumsstandorts mit. Doch mit der derzeitigen personellen Ausstattung sei dieser Mehraufwand an Arbeit nicht zu leisten. Mütinga verwies auf die dortige aktuelle Ausstellung „Experimentell und neue Formen: Textile Kunst von Barbara Esser und Wolfgang Horn“. Damit wurde das Museumsjahr 2019 eröffnet.

Ein großes Thema ist der notwendige Umzug des Depot-Standortes. Die klimatischen Verhältnisse des bisherigen Standortes im Sassenfelder Bongartzhof haben einen Umzug notwendig gemacht. Ein neuer Standort für das Depot ist bereits gefunden: Herbert Fenkes stellt dem Textilmuseum unentgeltlich einen Lagerraum der Firma Pile Fabrics zur Verfügung. Die Verlegung der eingelagerten Stücke soll auch zum Anlass genommen werden, die Sammlung zu „entsammeln“, wie Müntinga es nannte.

Weiterhin muss nach Alternativen zum bisherigen Standort des Textilmuseums gesucht werden, da das Gebäude feucht ist. Eine Entscheidung dazu ist aber noch nicht gefallen. Die Mitglieder des Ausschusses für Kultur und Städtepartnerschaften stimmten dem Beschlussvorschlag, den Stellenumfang zu erhöhen einstimmig zu.

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