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Nettetal: Kinder erleben auf dem Bauernhof die Natur mit Herz und Hand

Landwirtschaft in Nettetal : Kinder lernen Landwirtschaft kennen

Der Quinkertzhof erhält als Lernort Bauernhof eine Auszeichnung als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt. Auf dem Hof können Kinder aus Kitas und Schulen sowie Behinderte mit Tieren in Kontakt treten.

(hb) Die Auszeichnung kam als Paket per Post. Der Quinkertzhof ist jetzt als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt im Rahmen des Sonderwettbewerbs „Soziale Natur – Natur für alle“ ausgezeichnet worden. Weil es keine offizielle Übergabe gab, luden Ricarda und Ralf Tobrock Bürgermeister Christian Küsters (Grüne) auf ihren Hof im Sassenfeld ein. Am Mittwoch kam er und gratulierte.

Der Quinkertzhof ist hauptsächlich ein Milchhof. Auch werden noch Rüben oder Mais angepflanzt. Hier betreibt Familie Tobrock in dritter Generation richtig Landwirtschaft. Der Hof selber hat eine Geschichte von über 500 Jahren. Heute wollen Ralf und Ricarda Tobrock Milch erzeugen, sowie Kindern einen Zugang zu Nutztieren, der Arbeit auf einem Hof und zur Natur vermitteln.

Ricarda Tobrock ist Sozialpädagogin und hat sich bei der Landwirtschaftskammer zur Bauernhoferlebnispädagogin weitergebildet. Während des Studiums arbeitete sie auch an der Jugendherberge in Hinsbeck. Dort wurde sie gefragt, ob sie nicht etwas zur Landwirtschaft machen könne. Die Kinder, die aus dem Ruhrgebiet in die Jugendherberge kamen, wüssten nicht, wo die Milch herkäme.

Heute kommen 300 bis 400 Kinder im Jahr auf den Hof. Sie können zuschauen, wie und was Kühe fressen, mit Pferden und Schafen Bekanntschaft schließen. Angeboten werden Bauernhofprojekte für Schulklassen, Kindergärten und Behindertengruppen, aber auch die Ausrichtung von Kindergeburtstagen. Dazu kommen Projekte zur biologischen Vielfalt am hofeigenen Blühstreifen und Projekte für Familien und Kleingruppen, natürlich unter Einhaltung der Hygieneregeln. „Wir legen großen Wert darauf, unseren Besuchern Kontakt zu verschiedenen Tieren zu ermöglichen, einen sachgemäßen Umgang mit den Tieren zu vermitteln und eventuell bestehende Ängste abzubauen. Zusätzlich legen wir Wert auf das Thema ‚Biologische Vielfalt’, welches in den Projekten an verschiedenen Stellen immer wieder thematisiert wird“, so Ricarda Tobrock. Die Kinder sollen auf dem Hof Landwirtschaft mit „Herz und Hand“ erleben.

In den Corona-Zeiten freuen sich Ralf und Ricarda Tobrock auf den Advent. Am „Zauberbrunnen“, frei zugänglich vor dem Hof, gibt es ab dem ersten Adventssonntag Süßigkeiten für Kinder und kleine Geschichten zum Advent. Und vielleicht trauen sich Kinder auch, den Kühen ein Lied zu singen. „Unsere Kühe freuen sich dann“, sagt Ricarda Tobrock.