Nettetal: Der geplante Friedhain am Hinsbecker Friedhof liegt auf Eis

Gelände am Hinsbecker Friedhof: Friedhain in Hinsbeck liegt auf Eis

Die Stadt prüft stattdessen, naturnahe Grabfelder auf mehreren Friedhöfen in Nettetal anzulegen. Bürger und Pastoren hatten dies angeregt.

Naturnahe Grabfelder auf mehreren Nettetaler Friedhöfen statt nur eines Friedhains in Hinsbeck: Die Idee der Frauenunion von einer naturnahen Bestattungsmöglichkeit könnte nun größer umgesetzt werden, als es bislang geplant war. „Etliche Bürger und die Pastoren haben angeregt, Grab­felder auf den Friedhöfen in der ganzen Stadt anzulegen“, sagt Gaby Glatz, Vorsitzende der Frauenunion: „Dann hätten die Bürger in allen Stadtteilen etwas davon.“

Damit liegt der geplante Friedhain in Hins­beck erst mal auf Eis, berichtet Glatz. Dafür hätte eine Fläche neben dem Friedhof verwendet werden sollen, bislang von der Stadt an einen Landwirt verpachtet. Der Flächennutzungsplan sehe „diese Stelle schon als Friedhof vor“, sagte die damalige Technische Beigeordnete Susanne Fritzsche bei der Vorstellung der Pläne im Betriebsausschuss im Sommer 2017. Die Fläche schließt sich an den Hinsbecker Friedhof am Ortsrand Richtung Wankum an.

Im Wirtschaftsplan 2018 waren zunächst 40 000 Euro für die Errichtung des Friedhains zur Verfügung gestellt worden, insgesamt waren 100 000 Euro vorgesehen. Angedacht waren etwa eine Blumenwiese und Kräuterrasen, durch eine Hecke abgeschirmt von der nördlich gelegenen Kreisstraße. Im ersten Schritt hätten sich 200 Bestattungsplätze ergeben.

Die Verwaltung sei nun dabei, zu prüfen, ob sich Bereiche auf weiteren der sechs kommunalen Friedhöfe für eine naturnahe Bestattung eignen, bestätigt Stadtsprecher Jan van der Velden. Es handele sich um Grabflächen, die nach Ende einer Pacht wieder frei würden. Bei dem Thema gehe es auch grundsätzlich darum, sich an die Wünsche der Bürger anzupassen. So gebe es beispielsweise heute mehr Urnenbestattungen als noch vor einigen Jahren, sagt van der Velden (siehe Info-Kasten). Nach den Erfahrungen der Bestatter werden fast ein Drittel der verstorbenen Nettetaler auswärts beerdigt, in Nachbarkommunen mit Kolumbarien etwa oder im Naturbegräbniswald Venlo.

Die Gemeinde Niederkrüchten plant, einen Bestattungswald auf einer Gemeindefläche zwischen der Autobahn 52 und Alter Zollstraße in Elmpt anzulegen. Um Errichtung und Betrieb kümmert sich die Friedwald GmbH. Die Verstorbenen werden in biologisch abbaubaren Urnen unter Bäumen beigesetzt, an den Bäumen werden Namensplaketten der Verstorbenen angebracht. Obwohl noch kein offizieller Starttermin feststehe, gebe es bereits Anfragen, sagt eine Sprecherin der Friedwald GmbH: „Wir haben gut 20 Interessenten.“

Mehr von Westdeutsche Zeitung