Leitziele 2015+: 98 Seiten für den Weg in die Zukunft

Leitziele 2015+: 98 Seiten für den Weg in die Zukunft

Nettetal hat die „Leitziele 2015+“ vorgelegt. Sie sollen helfen, den demografischen Wandel zu bewältigen.

Nettetal. Vor mehr als vier Jahren wurde in Nettetal die Zukunft eingeläutet: Am 8. März 2012 hat der Stadtrat das Projekt „Leitziele 2015+“ beschlossen. Am Dienstagabend wurde das Ergebnis ebenfalls im Stadtrat präsentiert: das 98 Seiten starke Heft „Stadtentwicklungskonzept Nettetal“. Darin steht, wie sich der 41 000-Einwohner-Ort mit seinen sechs Stadtteilen in den nächsten 15 bis 20 Jahren entwickeln soll. Drei Leitziele wurden dafür formuliert (siehe Kasten).

„Anfangs ist das Projekt oft belächelt worden“, erinnert sich Bürgermeister Christian Wagner. Doch das hat den CDU-Politiker nicht von seinem Weg abgebracht: Ideen für die Entwicklung der Seenstadt zu sammeln und zu einem Paket zu schnüren. Und daran sollten alle beteiligt werden, die es wollten: Bürger, Firmen, Schulen, Kindergärten, Institutionen. Immer wieder wurde die Politik eingebunden.

„Wir haben uns strukturiert auf den Weg gemacht“, nennt Wagner den Prozess. Dafür gab es Workshops, Versammlungen und Ortsbegehungen in den Stadtteilen. Dabei stand im Mittelpunkt, welche Schlüsse aus dem demografischen Wandel und einer immer älter werdenden Gesellschaft zu ziehen sind. Und was muss Nettetal tun, um sowohl für junge, qualifizierte Menschen als auch für Senioren lebenswert zu sein? Zusammengefasst wurde dies vom Planungsbüro Scheuvens und Wachten (Dortmund).

Im Entwicklungskonzept steht, welche Aufgaben die sechs Ortsteile für die Gesamtstadt haben. „Staatlich anerkannter Erholungsort und attraktiver Wohnstandort“ heißt es beispielsweise für Hinsbeck, „zentraler Gewerbestandort“ für Kaldenkirchen, „Wohnort mit Zentrumsfunktion“ für Lobberich. So unterschiedlich sie sind, gibt es doch eine Gemeinsamkeit: In allen Stadtteilen wünschen sich die Bürger mehr Baugrundstücke. So soll sichergestellt werden, dass Kinder nicht woanders hinziehen müssen, wenn sie das Elternhaus verlassen.

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