Landtagspräsident André Kuper besucht 100. Gefallenenehrung in Nettetal-Schaag

Schaag : Kuper bewegt mit Rede für den Frieden

Der Landtagspräsident hielt die Gedenkrede beim 100. „Pfingsttreffen“ in Schaag.

Die Entscheidung fiel schnell, und entsprechend wurde umdisponiert: Aufgrund des Sturms entschied die Feuerwehr Schaag, dass die Gefallenenehrung im Kreuz- und Mariengarten zu gefährlich sei. Kurzerhand wurde die Veranstaltung in die Schaager Kirche verlegt. Die Besucher, die sich am Ehrenmal im geschmückten Kreuzgarten eingefunden hatten, wechselten den Standort.

Ortsvorsteher Günter Syben hob hervor, dass der Gedenktag gegen das Vergessen sich zum 100. Mal jährte, bevor Schützen, Kolping, Pfadfinder, Feuerwehr und der Reservistenverband in die Kirche einzogen.

Erstmals traf sich die Bevölkerung 1919 zu Pfingsten auf Initiative der Schaager Vereine am Ehrenmal an der Pfarrkirche St. Anna. Die Teilnehmer erinnerten an die 55 Schaager, die im Ersten Weltkrieg gefallen waren. Als der Kreuz- und Mariengarten in Schaag errichtet wurde, verlagerte man die Gedenkfeier nach dem Zweiten Weltkrieg dorthin. „Genau genommen haben solche Gedenkfeiern auch zu tun mit dem wichtigsten und größten und großartigsten Friedensprojekt unseres Landes: der Idee Europas“, betonte der NRW-Landtagspräsident André Kuper, der zu Ehren des Jubiläums die Gedenkrede hielt. „An einem Gedenktag wie diesem wird uns einmal mehr bewusst, welch großes und großartiges Angebot des Friedens und der Freiheit Europa seinen Bürgern macht“, sagte Kuper. Aber diese Arbeit sei bedroht und damit der Frieden gefährdet. Abschottung und Ausgrenzung fänden statt, Freiheiten würden begrenzt. Kuper forderte auf, den Frieden zu leben und in die nächste Generation zu tragen. „Wir sind dem Frieden und der Freiheit verpflichtet. Wir sind Europäer. Das proklamieren wir nicht nur an einem Tag wie diesem, sondern davon ist unser Geist durchdrungen“, sagte er. Es sei ein Angebot an die kommende Generation, das man ihr und den Opfern der Kriege schuldig wäre.

Das Gedenken habe Bedeutung auch für die Zukunft, so Kuper

Am Gedenktag setzten Bürger, Vereine, Schützen, Schulen und Kirchen in Schaag ein Zeichen des Friedens. „Die Soldaten waren nicht die einzigen Opfer der Kriege“, sagte Kuper. In diesem Zusammenhang nannte er die Männer und Frauen des Widerstands, Kranke und Behinderte, deren Leben als unwert deklariert wurde, und die Juden in Deutschland und Europa. Keiner dürfe vergessen werden, mahnte Kuper. Er sprach von einer neuen Art des Krieges durch Terroranschläge und verdeutlichte damit, dass das Gedenken nicht rückwärtsgewandt ist, sondern mit dem Heutigen und mit der kommenden Generation zu tun hat. Er warnte vor derzeitigen Entwicklungen und verdeutlichte, dass Gedenken mit Wachrütteln zu tun habe, damit sich solche Dinge niemals mehr wiederholen.

Eine Gedenkrede, die bewegte, wie sich bei der Kranzniederlegung mit der Nationalhymne aufden Gesichtern deutlich zeigte. tre

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