Kleintierhaus im Nettetaler Tierheim wird 2020 umgebaut

Haustiere in Nettetal : Viel Fluktuation in Lobberichs Tierheim

Die meisten derzeit aufgenommenen Tiere sind Katzen, es gibt aber auch Kleintiere.

„Wir haben gut vermittelt, aber es kamen auch viele neue Tiere. Es war ein ständiges Kommen und Gehen“, diese Bilanz zieht Ralf Erdmann, Leiter des Matthias-Neelen-Tierheims in Lobberich, mit Blick auf 2019. Aktuell leben 18 Hunde, 75 Katzen, zwei Chinchillas und je drei Mäuse und Kaninchen im Tierheim.

Die derzeitige Belegung spiegelt dabei die generelle Situation im Tierheim wider. Der Katzenanteil ist mit durchschnittlich 60 Prozent am größten. Es folgen die Hunde mit 30 Prozent und Kleintiere mit zehn Prozent. Über Weihnachten und Silvester gab es keine Neuzugänge. Das Phänomen, Tiere zu verschenken, sei dank intensiver Aufklärungsarbeit so gut wie verschwunden. Auch Tiere, die in der Silvesternacht verloren gehen, werden weniger im Tierheim abgegeben, da sie dank Chip und Registrierung in einem Tierregister oft direkt vom Finder an den Besitzer übergeben werden können.

In Sachen Vermittlung haben es besonders älteren Tiere schwer. Dabei habe das Zusammenleben mit einem älteren Hund oder einer Katze eine Vielzahl positiver Aspekte. Schwer haben es auch solche, die sich nicht als ganz so umgänglich präsentieren. „Es ist nie einfach, Menschen zu finden, die die Erfahrung für ein solches Tier haben, sich das auch zutrauen, und die Geduld mitbringen“, sagt Erdmann. Nicht leicht ist zudem die Vermittlung sogenannter Listenhunde, selbst wenn sie umgängliche und liebe Tiere sind. Die Auflagen und die Reaktionen von anderen Menschen auf einen solchen Hund schreckten viele Interessierte ab.

Kleintiere sollen direkten Zugang zu einem Außenbereich erhalten

Aber manchmal finde sich nach Jahren noch der passende Deckel für einen Topf. Pitbull-Hündin Chicka sowie American Stafford Pascha lebten jeweils drei Jahre im Tierheim. „Sie haben vor einem halben Jahr beziehungsweise vier Monaten neue Besitzer gefunden, die absolut glücklich mit ihnen sind“, freut sich Erdmann. Kangal-Rüde Sam, seit einem Jahr im Tierheim, wartet hingegen noch auf einen neuen Besitzer.

Nicht warten möchte das Tierheim mit den Umbauplänen des Kleintierhauses. Es soll 2020 umgebaut werden. „Wir möchten es so umbauen, dass die Tiere wie Kaninchen und Co. direkt die Möglichkeit haben, einen Außenbereich zu nutzen. Zudem soll es ein Multifunktionshaus werden, das auch als Unterkunft für Welpen oder Katzenkinder genutzt werden kann. Man weiß nie, was kommt und wir wollen gut gerüstet sein“, sagt Erdmann. Fürs neue Jahr wünscht sich der Tierheimleiter: Jeder, der sich ein Tier anschaffen möchte, sollte sich ganz sicher sein und vorher gut überlegen. Jedes Tier koste Geld, verursache Arbeit und benötige Zeit. Und dessen solle man sich bewusst sein.

Kontakt: Matthias-Neelen-Tierheim, Flothend 34 in Lobberich, Telefon 02153/3785, Öffnungszeiten dienstags bis donnerstags 16 bis 18.30 Uhr und samstags 14 bis 16 Uhr.