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Jugendamt: Start auf offener Bühne

Jugendamt: Start auf offener Bühne

Die Stadt Nettetal will Anfang 2012 die Aufgaben vom Kreis Viersen übernehmen. Zur Vorbereitung gab es einen Workshop.

Nettetal. Premiere für den neuen Chef: Jochen Müntinga (39), Leiter des künftigen Nettetaler Jugendamtes, hatte am Dienstagabend beim zweiten Workshop für den Aufbau des Amtes seinen ersten offiziellen Termin in der Seenstadt — obwohl er erst in den nächsten Monaten seinen Schreibtisch am Doerkesplatz einräumen wird.

Das städtische Jugendamt soll am 1. Januar 2012 die Aufgaben vom Kreis Viersen übernehmen. Alle, die sich an der Gestaltung des neuen Amtes beteiligen wollen, waren für Dienstag eingeladen: Schulen, Kindergärten, Kirchen, Politiker, Streetwork, Jugendheime, Drogenberatung, Wohlfahrtsverbände (DRK, Awo, Caritas) und andere. Knapp drei Stunden saßen die 108 Teilnehmer in der Aula der Kaldenkirchener Realschule zusammen. „Das genau haben wir versprochen: Die Einrichtung des Amtes auf offener Bühne unter Einbeziehung aller Interessenten“, sagte der zuständige Dezernent Armin Schönfelder am Mittwoch im Gespräch mit der WZ.

Müntinga, seit zwölf Jahren Leiter des Allgemeinen Sozialen Dienstes in Kamp-Lintfort, beschrieb mit Schönfelder die Grundzüge des neuen Jugendamtes: ortsnah und stadtteilbezogen, Einbeziehung der freien Träger und Kooperation mit benachbarten Ämtern. Im Bereich Kinderschutz soll es ein Fachteam geben — und ein wirksames Frühwarnsystem, das Kindesmisshandlungen möglichst frühzeitig auf die Spur kommen soll. Auch für Schulen soll es — so unkompliziert wie möglich — einen festen Ansprechpartner geben.

Das Modell eines Familienbüros als „Kompetenzzentrum mit Rat und Tat für Familien“ stellten Heinz-Gerd Schummer und Monika Ioannidis von der Stadtverwaltung vor. Es soll zwischen Bürgern, Einrichtungen und Jugendamt vermitteln.

Das Schlusswort hatte Bürgermeister Christian Wagner. Die Verwaltung stehe im Wort, das städtische Jugendamt gemeinsam mit Politik, freien Trägern, Kirchen und Verbänden zu errichten — und nach der Inbetriebnahme weiter zu entwickeln.