„Jim Knopf und Prinzessin Li Si“: Ein preisgekröntes Musical

„Jim Knopf und Prinzessin Li Si“: Ein preisgekröntes Musical

„Jim Knopf und Prinzessin Li Si“ wurde nun in der Aula der Hauptschule aufgeführt. Beim WZ-Schulpreis belegte die Inszenierung den zweiten Platz.

Lobberich. Lehrerin Anne Cobbers legt zum letzten Mal Hand an — ein Band hat sich von einem Hut gelöst und muss noch festgetackert werden. Die beiden Zweitklässler Emily Hausmann und Jannik Steuk sind die Ruhe selbst, obwohl sie gleich Hauptrollen im Musical „Jim Knopf und Prinzessin Li Si“ übernehmen und Emily gar ein Solo singen wird.

Alle Gäste — Eltern, Großeltern, Geschwister und Kinder aus den umliegenden Kitas — sitzen auf ihren Plätzen in der Aula der Lobbericher Hauptschule am Ingenhoven-Park. Gespannt warten sie auf das Musikprojekt der Gemeinschaftsgrundschule Lobberich.

Dann erklingt die bekannte Melodie des Puppenspiels „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ — und wo gerade noch Kinder umher rannten und Eltern redeten, ist es plötzlich mucksmäuschenstill. Der Vorhang geht auf und langsam schiebt sich die Lok „Emma“ auf die Bühne — und die Kinder staunen. „Die Lok wurde vom Opa eines Kindes unserer Schule gebastelt“, flüstert Helmut Schmitz, Leiter der Gemeinschaftsgrundschule.

Zum vierten Mal zeigen die Grundschüler ein Musical im Rahmen eines von der Westdeutschen Zeitung unterstützten Musikprojektes. „Mit der Aufführung des Regenbogenfisches fing alles an“ erinnert sich Schmitz. Und als die WZ Preise für Musikprojekte an Schulen ausschrieb, habe man sich beworben und prompt den zweiten Platz belegt. Die Schulband „Pausenbrot“ und der Schulchor „Vokale“ überzeugten die Jury. Und die 1000 Euro Preisgeld flossen komplett in das Projekt.

Der Förderverein (Helmut Schmitz: „Ein Segen für die Schule.“) hat sich auch bei diesem Projekt engagiert und vergangenes Jahr Headsets angeschafft. Und so müssen Jim Knopf und Lukas diesmal keine Mikros in den Händen halten, sondern haben ihre Mikrophone gleich am Kopf.

Die Projektleiterinnen Anne Cobbers und Antje Prießen hatten Ende vergangenen Jahres beschlossen, die Geschichte aus Lummerland auf die Bühne zu bringen. „Seit den Weihnachtsferien arbeiten wir an dem Projekt. Wir haben Texte geschrieben und sogar zwei Lieder komponiert, die sonst nicht in der Geschichte vorkommen“, erzählt Anne Cobbers. Wirklich aufgeregt seien die Kinder nicht gewesen. „Wir haben oft geprobt und bei der Generalprobe vor Publikum — da durften die Schüler der vierten Klassen der GGS und die Schüler der sechsten Klassen der Hauptschule zuschauen“, sagt Cobbers.

Die Sechstklässler der Hauptschule haben im Kunstunterricht das Bühnenbild liebevoll gestaltet. So wurde aus der Grundschul-Aufführung ein schulübergreifendes Projekt.

Mit großen Augen verfolgten die Kindergartenkinder, Eltern, Großeltern und Gäste die letzte Vorstellung mit der Geschichte von Jim Knopf, Lukas und Prinzessin Li Si, gespielt und gesungen von Amelie Müllers, in die sich Jim unsterblich verliebt. Das Duett Jim Knopf und Li Si „Schön, dass du wieder da bist“, haben Lehrerinnen und Schulband gemeinsam komponiert und den Text geschrieben. Und Jims Solo „Du bist du“, das Amelie text- und tonsicher präsentiert, ist ein Produkt der Projektleiterinnen.

Die Vorstellung läuft wie am Schnürchen. Als nach einer Stunde der Vorhang in der Aula fällt, ist das Publikum begeistert — und die Projektleiterinnen sind erleichtert. Ansagerin Jenna Dieck (Klasse 2 b) hatte dem Publikum zu Beginn der Vorstellung erklärt: „Liebes Publikum, ihr dürft klatschen, trampeln und Raketen abfeuern, wenn euch etwas besonders gut gefällt.“ Dieser Aufforderung kommt das Publikum am Ende nach — und startet eine Beifallsrakete nach der nächsten.