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Industriegebiet: Neue Strategie für Venete

Industriegebiet: Neue Strategie für Venete

Die Verwaltungsspitze hat eine „Agenda 2020“ ausgearbeitet und will die Ziele mit dem Rat in den nächsten sechs Jahren umsetzen.

Nettetal. Ein moderner Bahnhof in Kaldenkirchen, zügige Bahnverbindung auf zwei Gleisen mitten durch die Stadt, und das alles ohne Lärmbelästigung: Für diese Entwicklung sieht Bürgermeister Christian Wagner (CDU) „eine realistische Chance“. Anlass für die Prognose waren Signale aus Berlin in Sachen Ausbau der Bahnstrecke.

Andere Entwicklungen in der Seenstadt indes müssen Nettetals Stadtspitze und der Rat selbst in die Hand nehmen — etwa im Gewerbegebiet Venete. „Ich hoffe, dass wir gemeinsam, Rat und Verwaltung, in den nächsten sechs Jahren etwas bewegen werden“, so Wagner im Rat.

Die Verwaltungsspitze hatte sich extra vor der Sitzung für zweieinhalb Tage in Klausur begeben, um eine „Agenda 2020“ auszutüfteln. Zu den Zielen gehört neben anderen die Schaffung von Arbeitsplätzen durch die Ansiedlung von Firmen. Und genau da wird sich Stadt wohl besonders daran messen lassen müssen, wann und ob sich was tut in Venete in Kaldenkirchen. Das als Vorzeigeobjekt gedachte Gewerbegebiet liegt seit Jahren brach, außer Gerüchten tut sich nichts in Sachen Firmenansiedlungen.

Das ist dem Bürgermeister bewusst. „Ich verspreche nicht, dass Venete in sechs Jahren zu 80 Prozent besiedelt ist, aber wir schaffen jetzt konkret bessere Voraussetzungen“, erklärte Wagner. So soll zusammen mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Viersen (WFG) eine verbesserte Struktur für die Vermarktung entwickelt werden.

„Die Gespräche mit dem neuen Geschäftsführer Peter Hauptmann sind angelaufen, geplant ist zum Beispiel, dass auswärtige Firmen künftig einen Ansprechpartner haben“, so Wagner. Mehr Transparenz und eine professionelle Vermarktungsstrategie sollen Venete auf die Sprünge helfen - sprich: Firmen zu Ansiedlungen bewegen.

Damit nicht nur Geschäftsleute gut und gerne nach Nettetal kommen, soll endlich auch der marode Bahnhof Kaldenkirchen in Schuss gebracht werden. Die Planungen für den Umbau sind laut Susanne Fritzsche angelaufen. Die Technische Beigeordnete deutete am Rande der Sitzung an, dass die Stadt dabei wohl auch selbst Geld in die Hand nehmen werde.

Fritzsche rechnet „ungefähr fünf Jahre bis zum Baubeginn“. Bis dahin soll zudem möglichst in jedem Ortsteil mehr Wohnraum durch Neubauten und kleinere Baugebiete für Gewerbeansiedlungen geschaffen werden. Ob dann auch die Bahn schon zweigleisig durch Nettetal fährt, dazu wagte im Rat niemand eine Prognose.