In Nettetal gründete sich in St. Anna eine Gruppe von Altpfadfindern

Schaag : Erwachsene haben Spaß am Pfadfinder-Sein

23 Männer und Frauen im Alter von 30 bis 82 Jahren gründeten Gilde von Altpfadfindern.

Gilde bedeutet die Organisationsform für die Altpfadfinder einer Stadt oder einer Region. In Deutschland gibt es bei den Altpfadfindern rund 40 Gilden, und eine ist am Sonntag, 2. Februar, in Nettetal-Schaag dazu gekommen. 23 Männer und Frauen im Alter von 30 bis 82 Jahren haben in der Pfarrkirche St. Anna „Ja“ gesagt. Sandra (46) und Dietmar (50) Hollmann haben diese Gilde im September 2019 ins Leben gerufen, jedoch nie damit gerechnet, dass diese Gilde damit offiziell im Verband Deutscher Altpfadfindergilden (VDAPG) aufgenommen würde.

In Nordrhein-Westfalen gibt es 15 Gilden. Neben zahlreichen Gästen von Freunden und Gilden, unter anderem aus Gelsenkirchen, Borken, Wegberg und Mönchengladbach, kam der komplette Bundesvorstand des VDAPGs mit dem Vorsitzenden Helmut Reitberger aus Brandenburg und dem Team der Region Nordrhein-Westfalen mit der Sprecherin Heike Moskopp aus Leverkusen nach Nettetal.

Zu seiner Entscheidung, zu dieser Gilde „Ja“ zu sagen, äußerte sich der 82-jährige Heinz Lanser so: „Nach mehr als 15 Jahren aktiver Pfadfinderschaft, in der mich die Gemeinschaft mit ihren Werten, Aktivitäten, ihren internationalen Treffen, ihrer Toleranz und ihrem freundschaftlichen Zusammensein ohne soziale Barrieren für das ganze Leben geprägt hat, blieb ich bis zum Ende der Leitertätigkeit, ein Pfadfinder – ohne Stamm. Die Gilde hat mir nun die Möglichkeit eröffnet, mein Pfadfinder-Sein auch im Alter wieder in einer Gemeinschaft Gleichgesinnter weiterhin aktiv zu leben.“

Dem Weltverband
gehören 61 Länder an

Mark (51) kommt aus Duisburg, möchte die Pfadfinderei weiterhin erleben und betonte: „Mir macht die Fahrerei nach Nettetal nichts aus, denn diese Treffen in Nettetal sind wie ein nach Hause kommen.“ Alle 23 Mitglieder mit ihrem Ersten Vorsitzenden Peter Giezen und dem Zweiten Vorsitzenden Daniel Zieske erlebten im Jugendheim neben der Kirche einen schönen Tag und das Kennenlernen und der gemeinsame Austausch kam nicht zu kurz.

Es gab schon vor Gründung des Verbandes der Altpfadfinder erwachsene Pfadfindergruppen in der Bundesrepublik, aber erst, als sich am 21. Oktobe  1967 etwa 20 Pfadfinder in Koblenz zusammen trafen, wurde der Verband aus der Taufe gehoben. Der neue deutsche Verband wurde dann 1971 als 28. Mitglied in den Weltverband „International Fellowship of Former Scouts and Guides“ (IFOFSAG) aufgenommen. Der Name wurde auf der Weltkonferenz 1996 in Montegrotto in Italien in „International Scout and Guide Fellowship (ISGF) geändert. Diesem Weltverband gehören inzwischen 61 Länder an sowie etwa 1000 Einzelmitglieder oder kleine Gruppen, die auf nationaler Ebene noch keinen eigenen Verband bilden können.

Der Verband ist sehr um einen internationalen Austausch bemüht. So gibt es ein Freundschaftstreffen der Region Zentraleuropa vom 5. bis 12. Juni im polnischen Puck, 50 Kilometer nördlich von Danzig.