Tierwelt in Nettetal Jede Menge Natur in der Stadt

Nettetal · Eine gelungene Premiere verzeichnete Markus Heines vom Nabu Nettetal mit seinem Angebot „Tiere in der Stadt“. Statt in die Natur ging es bei der Wanderung des Naturparks Schwalm-Nette durch den Stadtteil Lobberich.

 Markus Heines machte bei der Wanderung „Tiere in der Stadt“ auch am Naschgarten Halt.

Markus Heines machte bei der Wanderung „Tiere in der Stadt“ auch am Naschgarten Halt.

Foto: Bianca Treffer

„Da fliegt ein Mauersegler“: Der Ausruf von Markus Heines lässt Köpfe herumschnellen. Fünf Augenpaare folgen seinem ausgestreckten Arm, der in den Himmel vor dem Lobbericher Wasserturm zeigt. Es ist kurz vor 16 Uhr und damit steht Heines, der dem NABU Nettetal angehört, vor einer Premiere. Punkt 16 Uhr beginnt die erste seiner geführten Wanderungen des Naturparks Schwalm-Nette. Der Titel: „Tiere in der Stadt“.

Die Idee, einmal eine Wanderung durch die Stadt zu machen und dort zu schauen, welche Tiere sich den Lebensraum mit den Menschen teilen, stammt von Heines. „Ich suche immer nach neuen Themen und vor dem Hintergrund, dass ich selber in Lobberich lebe, hatte ich die Idee zu dieser Tour“, sagt Heines. Der Wasserturm als Startpunkt ist dabei der Tatsache geschuldet, dass dort ein ganz besonderer Vogel anzutreffen ist. „Hier brüten Wanderfalken“, informiert Heines. Als der Turm vor etlichen eingerüstet war, brachte der NABU Nettetal einen Nistkasten für die Falken an, die einst nicht mehr in NRW anzutreffen waren.

Die herausragende Plattform, hinter der sich der Nistkasten verbirgt, ist von unten gut mit dem bloßen Auge zu erkennen. Heines berichtet davon, dass er selber drei Jungtiere und deren Eltern am Tag zuvor gesehen hat. Das Glück ist den Teilnehmern der Tour aber auch hold. Einer der Jungvögel macht Flugübungen.

Die Aufregung beim Beobachten der Aktion ist groß, während Heines viel über die Wanderfalken zu berichten weiß. „Der Wanderfalke ist der schnellste Vogel. Er erreicht im Sturzflug Geschwindigkeiten von 320 Stundenkilometer“, informiert Heines.

Während die Augen aller noch auf den Jungvogel gerichtet sind, schierpst es in der Hecke einer der Gärten. „Das ist ein Buchfink. Er ist neben der Amsel der häufig anzutreffende Vogel in Deutschland“, sagt Heines. Der Buchfink ist zwar nicht zu sehen, aber dafür ein Rotkehlchen.

Langsam geht es in Richtung des Ingenhoven Parks. Zwei Dohlen, die zu den größten Singvögeln gehören, sind ebenso zu sehen wie eine Ringeltaube, die einfach an den Ringeln am Hals zu erkennen ist. Ob die singende Amsel im Baum, der Haussperling in der Hecke - schon auf dem Weg in den Park sind die unterschiedlichsten Vögel anzutreffen. Saatkrähen sind es dann im Park selber. Seit 2022 gibt es wieder Brutkolonien im Stadtgebiet.

Stockente und Teichhuhn zeigen sich auf dem Wasser. Der im Rahmen der 72-Stunden-Aktion angelegte Naschgarten mitten in der Lobbericher Innenstadt ist das nächste Ziel. Dort geht es in erster Linie um die Insekten, die man beobachten kann, wenn man sich Zeit nimmt. Markus Heines geht in diesem Zusammenhang auf die Insektenhotels ein.

Es müssen dabei nicht die teuren Exemplare sein, die in den unterschiedlichsten Ausführungen überall angeboten werden. Die ausrangierte Blechdose, bestückt mit Bambusröhrchen, tut es auch. „Wichtig ist, dass man Bambus nimmt und keinen Schilf. Schilf reißt gerne und wenn die Insekten einfliegen, können sie sich leicht die Flügel verletzen“, erklärt Heines. Sein Tipp lautet zudem, der Dose einen Gipsboden zu verpassen, in den danach die Bambusröhrchen gesteckt werden, damit die Vögel sie nicht aus den Dosen ziehen können. Solche Nisthilfen sollten zudem in Süd-Ost-Richtung ausgerichtet sein. Es sei schade, wenn Nisthilfen kontraproduktiv aufgehängt werden, meint Heines. Er weist darauf hin, dass es viele Tipps auf den Seiten vom Verein Naturgarten (https://naturgarten.org/) geben würde. „Da lohnt es sich einmal rein zuschauen“, empfiehlt der Lobbericher.

Vom Naschgarten geht es zum Windmühlenbruch. Die dort gesichteten Höckerschwäne lösen allgemeines Entzücken aus. Auf dem Rückweg entlang der Kleingartenanlage am Krankenhaus und dem Niedieck-Park sichtet die Gruppe weitere Vögel, darunter Meisen und Spatzen. Alle Teilnehmer sind begeistert, wie viele Tiere es in der Stadt zu sehen und zu hören gibt.

Fazit am Ende der rund zweistündigen Tour: Wer mit offenen Augen und Ohren durch die Stadt geht, der kann viel Natur erleben. Für Heines steht fest, dass er das Angebot im kommenden Jahr im Mai auf jeden Fall wiederholen möchte.

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