Kinderbetreuung: In den Kitas fehlen weiterhin Ü3-Plätze

Kinderbetreuung : In den Kitas fehlen weiterhin Ü3-Plätze

Die Erweiterung der Kita Spatzennest und ein Neubau sollen den Mangel lindern. Bei den U3-Kindern ist die Lage in Nettetal dank Tageseltern besser.

Auch nach der Eröffnung der neuen Kindertagesstätte Wiewaldi in Breyell klafft eine Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit: Für 97 Prozent der Kinder zwischen drei und sechs Jahren (Ü3) soll nach einem Beschluss des Nettetaler Jugendhilfeausschusses im Jahre 2015 ein Kindergartenplatz bereitgestellt werden, doch wurden nur 89,4 Prozent erreicht. Wenn zum 1. August 2019 eine weitere Gruppe an der Kita Spatzennest in Kaldenkirchen zur Verfügung stehen wird, steigt die Quote auf 90,6 Prozent. Bei den bis drei Jahre alten Kindern (U3) sieht es besser aus, denn hier wird die Zielquote von 37 Prozent jetzt schon um 1,2 Prozentpunkte übertroffen. Doch gilt hier wegen der großen Nachfrage ab 2020 eine Quote von 40 Prozent, wie der Ausschuss in seiner jüngsten Sitzung beschlossen hat.

Der Bedarf steigt, weil mehr Familien nach Nettetal ziehen

Die Einwohnerzahl der „familienfreundlichen Stadt Nettetal“ ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Damit wuchsen auch die absoluten Zahlen, die hinter den Quotenwerten stecken. Seit 2011 ist der Anteil der U3-Kinder um 140 auf 1152 (plus 26 Prozent) gestiegen, für die 427 Plätze bereitgestellt werden müssen. In den Kitas sind aber nur 322 Plätze vorhanden, den Rest übernehmen Tagesmütter und -väter, deren Betreuung inzwischen als „professionelle und gleichrangige Kindertagesbetreuung“ angesehen wird. Vor allem Eltern von Kindern zwischen null und zwei Jahren „entscheiden sich bewusst für die Betreuung in der Kindertagespflege“, schreibt die Verwaltung von Nettetal.

Können derzeit im U3-Bereich fast alle Wünsche der Eltern erfüllt werden, so müssen Anträge im Ü3-Bereich oftmals noch abgelehnt werden. Derzeit stehen in in den 72 Gruppen der 18 Kindertagesstätten 1077 Plätze für die Drei- bis Sechsjährige bereit (davon gehören 44 zur „pädagogischen Überbelegung“). Nötig wären aber 1153. Ab 2020 soll diese Lücke halbwegs geschlossen werden – durch den Bau einer neuen Kindertagesstätte in Kaldenkirchen mit vier Gruppen und rund 70 Plätzen.

Die derzeitige Versorgungsquote ist sehr unterschiedlich. Unter dem Nettetaler Durchschnitt von demnächst 90,6 Prozent bei den Ü3-Kindern liegen Breyell (84 Prozent), Hinsbeck (85 Prozent) und Kaldenkirchen (86 Prozent), während Lobberich (95,7 Prozent), Schaag (99,8 Prozent) und Leuth (105,7 Prozent) ihn deutlich übertreffen. Bei den U3-Kindern steht ein „zielgenaues Angebot“ von 37 Prozent bereit: Es wird in Kaldenkirchen, Lobberich und Schaag nicht ganz erreicht, dafür aber in Breyell und Hinsbeck deutlich übertroffen.

Für Kinder mit einer Behinderung können ab dem 1. August insgesamt 40 Plätze angeboten werden, davon drei U3-Plätze. Durch die geplante neue Kindertageseinrichtung in Kaldenkirchen sollen ab dem 1. August 2020 bis zu 15 Plätze zusätzlich hinzukommen.

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